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Wollerau
22.11.2021

Die Tanne, die keine Tanne ist, wird momentan nicht gefällt

Der Baum auf dem Wollerauer Dorfplatz wurde auf den unteren drei Metern zurückgeschnitten.
Der Baum auf dem Wollerauer Dorfplatz wurde auf den unteren drei Metern zurückgeschnitten. Bild: Urs Attinger
Auf dem Dorfplatz Wollerau steht seit 1991 ein stattlicher Baum. Kürzlich wurde er untenherum gestutzt, um den Busverkehr nicht zu behindern. Bald wird publik, was der Gemeinderat mit dem Dorfplatz vor hat.

Ein Mitglied der Facebook Gruppe «Du bisch vo Wollerau wenn …» schrieb kürzlich: «Die schönste Tanne weit und breit und ihr macht sie einfach kaputt?! Ich hoffe nicht, dass sie komplett gefällt wird. Das wäre mehr als schade.» So oder ähnlich mögen viele Leute denken, die den Baum, der eigentlich keine Tanne ist, lieb gewonnen haben.

Die Rede ist vom Baum auf dem Wollerauer Dorfplatz bei der Kirche im Zentrum von Wollerau. Ein ansehnlich hochgewachsener und gleichmässig geformter, in die Spitze zulaufender Baum, der gemäss einer Fachperson vermutlich zur Gattung Thuja (Lebensbaum) gehört. «Wir mussten den Baum untenherum stutzen, weil er in die Busfahrbahn hineingewachsen ist», sagt Irena Pianta, Abteilungsleiterin Tiefbau / Umwelt der Gemeinde Wollerau.

Es ist, wie eine Hecke zu schneiden

Das kontinuierliche Einwachsen des Platzes ist jedoch nicht der einzige Grund für den Pflegeeingriff. «Auf den Fahrplanwechsel im Dezember verkehren auf der Buslinie neue Busse, die etwas breiter und länger sind», weiss Sacha Reichmuth von Bamert Bus AG. Die sogenannten mild-hybrid Busse werden einen elektrischen Hilfsmotor zum Anfahren aufweisen. «Eigentlich bedeutet das Entfernen der unteren Äste dasselbe, wie wenn die Hauseigentümer ihre Hecken entlang der Strassen und Trottoirs schneiden », ergänzt Reichmuth. Leider werde das manchmal vernachlässigt. Die Gemeinde jedenfalls hat ihre Hausaufgaben am Dorfplatz bezüglich Freihalten von Fahrbahnen gemacht.

Umgestaltung des Dorfplatzes

«Der Baum kommt momentan nicht weg», sagt Irena Pianta. Der 1991 zum 700-Jahr-Jubiläum der Eidgenossenschaft gesetzte Baum ist prächtig gediehen. «Anscheinend hatte er guten Boden», lacht die Gemeindeangestellte. Die Gemeinde Wollerau hat jedoch letzten Frühling einen Studienauftrag für eine neue Gestaltung des Dorfplatzes gegeben. Die Jurierung desselben ist mittlerweile abgeschlossen. In der Jury sassen Architekten und Verkehrsplaner der Region. Morgen Dienstag, 23. November, wird der Gemeinderat das Siegerprojekt bekannt geben. Im Dezember wird eine Ausstellung im Gemeindehaus-Foyer von Wollerau das Siegerprojekt und drei weitereProjekte, die es weit gebracht haben, beleuchten.

Könnte es also sein, dass heuer im Advent der Baum zum letzten Mal geschmückt werden kann? Viele Mitglieder von «Du bisch vo Wollerau wenn …» werden hoffen, dass es nicht so sei. Auf jeden Fall braucht jedes Projekt eine Baubewilligung. Die Hoffnung, dass der Lebensbaum Wolleraus am Leben bleibt, muss noch nicht begraben werden.

Urs Attinger, Redaktion March24 & Höfe24