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Wollerau
20.11.2021

Bald wird sich das Wasserrad in der Neumühle in neuem Glanz zeigen

Noch gibt es viel zu tun am an den Schaufeln des Wasserrads in der Neumühle.
Noch gibt es viel zu tun am an den Schaufeln des Wasserrads in der Neumühle. Bild: zvg
Die Eröffnung des restaurierten Wasserrades in der Neumühle in Wollerau verzögert sich: Statt im Herbst wird es erst im Frühjahr der Öffentlichkeit zugänglich gemacht.

Noch dreht es sich nicht, das Wasserrad in der Neumühle in Wollerau. Eigentlich hätten das restaurierte Wasserrad und das Häuschen diesen Herbst eröffnet werden sollen. Nun wird es Frühling. «Wir wollen das Wasserrad am eidgenössischen Mühlentag der Öffentlichkeit vorstellen», sagt Sonja Scheiweiler, Präsidentin der Stiftung zur Erhaltung des Wasserrades Neumühle Wollerau.

Dickere Kalkschicht als erwartet

Doch die Renovierungsarbeiten sind noch nicht abgeschlossen und Sonja Scheiweiler ist sogar noch froh über das Zeitfenster, das sich jetzt gebildet hat. Denn die Restaurierung des Wasserrades wäre wohl kaum fertig geworden. Geplant war, den Rost zu entfernen und Rad und Schaufeln zu konservieren, damit das weitere Rosten etwas aufgehalten werden kann. Die Restaurateure von Fontana + Fontana stellten aber eine dickere Kalkschicht fest, als erwartet. Tagelang entfernten die Arbeiter die 1,5 Zentimeter dicke Schicht mit einer Luftnagelpistole. Zudem ist an vielen Stellen das Eisen durchgerostet, einige Schaufeln komplett durchlöchert. «Von den 72 Schaufeln des Rades müssen rund 20 in einem Zukunftsprojekt ersetzt werden», wie die Stiftungspräsidentin ausführt.

Der Rost hat den Schaufeln des Wasserrads stark zugesetzt. Bild: Ayana Morger

Geländer rekonstruiert

Ersetzt werden muss nun auch das Geländer, das eine schmale Plattform vom Wasserrad abtrennt. Es ist stellenweise durchgerostet, der Beton am Boden geplatzt. In Absprache mit der Denkmalpflege wird das Geländer nach alten Fotos von der Glükler Metallbau AG in Richterswil rekonstruiert. «BfU-konform », betont Sonja Scheiweiler. Das Wasserrad mit einem Durchmesser von 8,6 Metern ist eines der grössten aus Eisen konstruierten Wasserräder Europas. Erbaut wurde es um 1854. Bis in die 1970er-Jahre wurde in der Mühle Korn gemahlen. Wasserrad und Häuschen standen vor dem Zerfall. Die Familie Scheiweiler, die die Liegenschaft in Etappen übernommen hatte, führte umfassende Renovationen auch am Wasserrad und am Häuschen durch. Dies war schon damals nur möglich durch grosszügige Spenden und guter Zusammenarbeit mit der «Alten Garde Wollerau». Lange Zeit trieb das Wasserrad bei gutem Wasserzufluss einen Stromgenerator mit einer Leistung von maximal 10 kWh an.

Die in den 1990er Jahren ersetzen Schaufeln sind noch in Ordnung. Bild: Ayana Morger

Erhalt mit Hilfe von Stiftungsgeldern und Spenden

Doch der perfekte Schein trügt. 2019 stand das Wasserrad wieder vor dem Zerfall. Das schützenswerte Kulturerbe wird mit der Hilfe der «Stiftung zur Erhaltung des Wasserrades Neumühle Wollerau» und hilfreichen Spenden der Nachwelt erhalten.

Renovation geht nach Wiedereröffnung weiter

Im Mai 2021 war es so weit. Die Wasserradsanierung konnte beginnen und dauert an. Auch im kommenden Frühling, wenn die Stiftung das Wasserrad mit seinem Häuschen dem Publikum öffnet, wird die Renovation nicht abgeschlossen sein. Denn der Kanal, der das Wasser zum Rad führt, muss noch saniert werden. Wie Sonja Scheiweiler ausführt, ist die Stiftung nach wie vor auf Spenden angewiesen. Bald wird die Stiftung die Geschichte des Wasserrades Neumühle und die Restauration auf einer Homepage dokumentieren.

Ayana Morger, Schülerin (12) am Zukunftstag auf der Redaktion