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Digital
28.10.2021
28.10.2021 13:33 Uhr

Wie ein Youtuber aus Altendorf Millionen von Menschen begeistert

Der Altendörfler hält seine Youtube-Prämierung vor dem Gesicht, die er bekommen hat, als er die Ein-Millionen-Marke überschritt.
Der Altendörfler hält seine Youtube-Prämierung vor dem Gesicht, die er bekommen hat, als er die Ein-Millionen-Marke überschritt.
Er zeigt sein Gesicht nie, will anonym bleiben. Der Altendörfler hat das Restaurieren alter Metallgegenstände für sich entdeckt und lädt Videos davon auf Youtube hoch. Die werden gerne gesehen: Seinen Kanal «my mechanics» haben inzwischen 2,8 Millionen Menschen abonniert.

Die Videos auf dem Kanal «my mechanics» sind zwischen 10 und 30 Minuten lang und zeigen Restaurationen alter Gegenstände wie etwa einen Schraubstock, eine Küchenwaage, eine Kaffemühle oder verschiedenes verrostetes Werkzeug. Was erst mal unaufregend klingt, kommt von Indien über Russland bis nach Amerika richtig gut an: seine fünf beliebtesten Videos wurden zwischen 27 und 42 Millionen Mal angeklickt. Dahinter steckt ein 35-jähriger Altendörfler, der anonym bleiben will. 

«Das ist jenseits der Wirtschaftlichkeit, was ich mache»

Wie viel Markus mit der Werbung verdient, will er nicht verraten. Die Einnahmen werden zwischen ihm und Youtube aufgeteilt. Pro 10 Millionen Klicks verdient ein Youtuber gemäss omr.com pro Video 10'000 Franken. «Ich verdiene genug, um davon leben zu können», so viel sagt der 35-Jährige. Über Patreon, einem amerikanischen Social-Payment-Service-Anbieter, können die Projekte von Markus finanziell unterstützt werden. Inzwischen hat er 755 Unterstützer – sogenannte «Patrons» – , die auf der Seite via Vlog täglich über den Stand der Projekte informiert werden und in den Genuss zusätzlicher  Inhalte kommen. 

Stolz ist Markus heute auf die Restauration des alten Trottinetts (siehe Video unten), an dem er zwei Monate hatte. Gleichzeit sei es das anspruchsvollste Projekt gewesen, da er viele verschiedene und auch neue Arbeitstechniken anwandte.  Doch auch ganz einfache Gegenstände hätten ihre eigenen Herausforderungen. Bei jedem neuen Gegenstand muss der 35-Jährige erst einmal Nachforschungen zur Zeitepoche und zur Herstellung anstellen.

Viele Fans schicken ihm Gegenstände zum Restaurieren. «Meistens ist aber der Zustand nicht schlecht genug», sagt Markus. Er arbeite oft mit einem professionellen Verkäufer zusammen, der die «rostige Ware» auf Stahlsammelstellen zusammensuche. Verkauft wird nichts. Alle restaurierten Gegenstände behält Markus für sich. «Das hat für mich mehr Wert.» So ist mittlerweile eine bemerkenswerte Sammlung in seiner Wohnung in Altendorf zu bestaunen. «Das, was ich mache, ist sowieso jenseits der Wirtschaftlichkeit. Youtube ermöglicht mir, dass ich so stark ins Detail gehen kann, wie ich will. Ich schätze das sehr, dass ich so arbeiten kann.»

Vollständiger Artikel in den Printzeitungen «March-Anzeiger» und «Höfner Volksblatt» zu lesen.

Anouk Arbenz, Redaktion March24 und Höfe24