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Region
24.07.2021
23.07.2021 15:23 Uhr

Entlang der Ausserschwyzer Grenze: Vom Urbanen ins Voralpengebiet

Bild: Hans-Ruedi Rüegsegger
In unserer Sommerserie bewältigen wir die Ausserschwyzer Grenze mit den unterschiedlichsten Fortbewegungsmitteln. Die zweite Etappe führt zu Fuss von Bäch zum Hüttnersee.

Wo verläuft denn da bitte sehr die Grenze? Auf den ersten Blick eine grosse Stadt: Häuserblocks hier, Wohnblocks da. Dazwischen etwas Grün. Und richtig: Ein schmaler Streifen Bäume und Büsche trennen Wollerau und Richterswil.

  • Hier verläuft die Grenze? Bild: Hans-Ruedi Rüegsegger
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Aber der Grenze entlangwandern? Keine Chance. So unterquere ich die Bahnlinie und wandere zwischen Wohnquartier und Alterszentrum Wisli bis zur alten Wollerauerstrasse. Ein Unikum, befinden sich doch Villen und Häuser auf der einen Strassenseite im Kanton Schwyz, die auf der anderen im Kanton Zürich – die eine Seite im «Steuerparadies», die andere in der «Steuerhölle».

  • Im Kanton Schwyz ist man nur auf der rechten Strassenseite. Bild: Hans-Ruedi Rüegsegger
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  • Bild: Hans-Ruedi Rüegsegger
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Der Eingang zum Mülibachtobel, das die Grenze zwischen Wollerau und Richterswil bildet, zeigt sich kahl. Bäume und Büsche gerodet, das Erdreich umgepflügt. Nein, die Pflanzen mussten nicht einem neuen Bauplatz weichen, hier wurden – endlich – Altlasten saniert. Denn während Jahren schossen die Richterswiler Schützen über die Grenze, und im Wollerauer Boden sammelte sich viel Blei.

Und plötzlich ist man im Mülibachtobel in einer anderen Welt: bemooste Steine, hohe Bäume, Totholz als Lebensraum für viele Tiere. Der Weg schlängelt sich das Tobel hoch, mal auf der einen, dann auf der andern Bachseite – sprich auf Wollerauer und dann wieder auf Richterswiler Boden. 

Bild: Hans-Ruedi Rüegsegger

Ab und an begegne ich einer Joggerin oder einem Hund mit Herrchen. Plötzlich übertönt ein Rauschen das muntere Gurgeln des Mülibachs, und schlanke Säulen wachsen in den Himmel. Auf der Autobahn brausen Autos vom einen in den anderen Kanton.

Die Autobahnbrücke stört im Mülibachtobel die Idylle. Bild: Hans-Ruedi Rüegsegger

Schon bald ist nur noch das Plätschern des Wassers zu hören, und der Weg steigt steil an zum Sternenseeweiher, der ganz auf Richterswiler Boden liegt.

Für den echten Grenzwanderer geht es «schwierig» weiter. Denn die Wege und Strässchen halten sich nicht an den Grenzverlauf. So unterquere ich die Bahnlinie auf Richterswiler Boden, um dann auf Wollerauer Seite Richtung Freyenweijer zu wandern. Auf dem Wytiweg schweift mein Blick zum Bahnhof Samstagern, wo Züge der SOB abgestellt sind – das eine Ende auf Zürcher, das andere auf Schwyzer Boden.

Auf dem Witiweg geht es aufwärts zum Freyenweijer. Bild: Hans-Ruedi Rüegsegger

Beim Feyenweijer wird es definitiv elektrisch – das Summen der Starkstromleitungen, die aus Ausserschwyz zur Transformationsanlage auf Zürcher Boden führen, ist nicht zu überhören. Ich begebe mich Richtung Neumüli und entdecke an der Allenwindenstrasse einen dunklen Findling. Auf der einen Seite ist das Schwyzer Wappen eingemeisselt, auf der andern das Zürcher.

Der Grenzstein Bild: Hans-Ruedi Rüegsegger

Die Allenwindenstrasse zu überqueren, ist trotz 60er-Beschränkung für Motorrad- und Autofahrer, kein einfaches Unterfangen. Einmal auf der anderen Strassenseite, gehe ich zwischen Restaurant und Auto-Showroom Richtung Neumüliried. Eine schon etwas verwitterte Tafel informiert über die Geschichte der Neumühle.

Ein paar Schritte weiter kann sich der Grenzwanderer über das Naturschutzgebiet Neumüliried informieren.

Bild: Hans-Ruedi Rüegsegger

Auf der Karte ist auch der Grenzverlauf ersichtlich: Eine Wanderung der Grenze entlang ist auch hier nicht möglich. «Fadegrad» verläuft die Grenze bergwärts.

Hier rauf verläuft die Grenze. Bild: Hans-Ruedi Rüegsegger

So wende ich mich Richtung Hüttnersee. Der Parkplatz ist rappelvoll. Bei den Fahrzeugen herrschen SZ-Kontrollschilder vor. Das «Seeli» ist bei Spaziergängern und «Hündelern» sehr beliebt. Ich lasse die Grenze links liegen und mache am idyllischen Gewässer einen Halt.

Weitere Impressionen der 2. Etappe:

Entlang der Grenze in neun Etappen

In diesem Sommer absolvierten March24 und Höfe24 die knapp 100 Kilometer lange Grenze der Region Ausserschwyz. Das Resultat unserer Wanderungen, Gleitschirmflüge, Inline- und Biketouren wird in neun verschiedenen Etappen präsentiert. Stay tuned!

Hans-Ruedi Rüegsegger und Lars Morger, Redaktion March24 & Höfe24