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Freizeit
13.03.2021
06.05.2022 15:12 Uhr

Schnelltest für zuhause: Wir haben es ausprobiert

Online-Redaktorin Linda Barberi machte einen Antigen-Schnelltest aus dem Internet. Fazit: Schnell und unkompliziert.
Online-Redaktorin Linda Barberi machte einen Antigen-Schnelltest aus dem Internet. Fazit: Schnell und unkompliziert. Bild: Linth24
Wie läuft das jetzt mit diesen Schnelltests für zuhause? Wir haben einen im Internet bestellt und ausprobiert – ein Erlebnisbericht von Online-Redaktorin Linda Barberi.

Im Moment sind Schnelltests in der Schweiz noch nicht anerkannt. Doch sobald verlässliche Tests dieser Art zur Verfügung stehen, will der Bund jeder Person fünf Selbsttests pro Monat gratis abgeben, was bis Ende 2021 zusätzlich 1 Milliarde Franken kosten wird.

Ich hab einen solchen Schnelltest im Internet bestellt, und innerhalb einer Woche wurde mir eine Box mit vier Exemplaren zugestellt (Anzahl und Preis des Produktes ändern allerdings fast täglich). Kostenpunkt inklusive Versand: 82 Franken. Ein akzeptabler Preis für vier Tests, wenn man bedenkt, dass ein Coronatest, zum Beispiel für Ferien, in den Spitälern zum Teil über 200 Franken kostet.

Prinzip genaustens beschrieben

In der Anleitung steht, mit welchen Mitteln dieser Antigen-Schnelltest die allfälligen Corona-Viren «erkennen» kann und dies dann auch anzeigt. Die ausführlichen Erklärung für den Testablauf gibt einem irgendwie das Gefühl, dass der Test auch wirklich legitim ist. 

Schritt für Schritt wird erklärt, was ich tun muss, um den Test richtig durchzuführen. Ist echt einfach: Speichel in Pappbecher, diesen mit Pipette ins Proberöhrchen geben, schütteln und dann 3 Tropfen auf die Kassette fliessen lassen. Verfolgen Sie den Testablauf hier in der Fotostory:

  • Für den Antigen-Schnelltest braucht es nur wenige Dinge. Bild: Linth24
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  • Zuerst spuckt man etwa 2 ml Speichel in den Einweg-Pappbecher. Bild: Linth24
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  • Mit der Plastikpipette nimmt man den Speichel aus dem Pappbecher... Bild: Linth24
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  • ...und gibt den Speichel in das Probe-Röhrchen, das eine Flüssigkeit drin hat. Bild: Linth24
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  • Dann muss man das Probe-Röhrchen kräftig schütteln, um die beiden Flüssigkeiten zu vermischen. Bild: Linth24
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  • Zum Schluss gibt man 3 Tropfen der Lösung auf die Testkassette. Bild: Linth24
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Nach 15 Minuten ein klares Ergebnis

Innerhalb weniger als fünf Minuten habe ich alle Schritte absolviert und muss nur noch auf mein Ergebnis warten. Ich habe weder Symptome, noch war ich – soweit mir bekannt war – in Kontakt mit einer positiven Person und muss dementsprechend eigentlich nicht besorgt über das Resultat sein. Trotzdem erhöht sich mein Herzschlag während der Wartezeit, ähnlich wie wenn man beim Autofahren in eine Kontrolle kommt und weiss, dass man eigentlich alles richtig gemacht hat.

Die Nervosität legt sich jedoch schnell, denn bereits nach 5 Minuten beginnt sich beim C ein Strich zu bilden, bei T bleibt der Strich glücklicherweise aus (was das bedeutet – siehe nächstes Foto). Nach 15 Minuten ist das Resultat schliesslich klar: negativ. Ich mache noch einen zweiten Test – hört man doch immer wieder von falschen Testresultaten. Doch auch bei Test 2 kommt im positiven Sinn ein negatives Ergebnis heraus. Ich bin erleichtert.

Bildet sich bei C und T ein dicker oder feiner Strich, so ist man positiv. Bleibt der Strich bei T aus, so ist man negativ. Bild: Linth24

Fazit

Der Test ist einfach durchzuführen und man hat innert Minuten ein Ergebnis. Zudem ist er weitaus angenehmer, als wenn der Arzt oder die Ärztin das Stäbchen in die Nasenhöhle bohren muss. Es braucht nur 80 Franken, 2 ml Speichel und ein wenig Geduld. 

Als einziges Mittel zur Covid-Diagnose reicht der Test allerdings nicht aus. Auf der Anleitung steht geschrieben, der Covid-19-Antigen-Schnelltest solle nicht als alleiniges Kriterium für die Diagnose von SARS-CoV-2-Infektionen verwendet werden. Zudem werden im Falle eines negativen Tests, obwohl man Krankheits-Symptome hat, zusätzliche Folgetests mit anderen klinischen Methoden empfohlen. Ein negatives Ergebnis schliesse nämlich zu keinem Zeitpunkt die Möglichkeit einer Infektion aus. 

Alles in allem finde ich, dass ein Selbsttest zuhause eine gute präventive Massnahme sein kann, um die Ausbreitung des Virus weiter einzudämmen. Zudem weiss man schnell und schmerzlos, ob man sorglos in die Ferien darf, ob man problemlos eine Veranstaltung besuchen kann – und ob man grundsätzlich ansteckend ist oder nicht.

Linda Barberi, Linth24