Online einkaufen, verkaufen, bezahlen – für viele gehört das längst zum Alltag. Doch mit der zunehmenden Digitalisierung verlagert sich auch die Kriminalität immer stärker ins Internet. Betrugsmaschen werden professioneller und immer schwerer zu erkennen. Oft genügt ein kurzer Moment der Unachtsamkeit, um grossen Schaden anzurichten. Die Täter nutzen dabei Zeitdruck, gefälschte Dokumente oder vermeintlich vertrauenswürdige Kommunikationskanäle, um ihre Opfer in die Falle zu locken.
Onlineverkauf als Falle
Ein aktueller Fall aus der Region zeigt exemplarisch, wie schnell sich ein Routinegeschäft in eine Betrugsfalle verwandeln kann. Ein Betrugsopfer aus der Region, anonymisiert als A. Mustermann, berichtet von einem Phishing-Fall beim Onlineverkauf einer gebrauchten Motorradjacke. Der vermeintliche Käufer wirkte seriös und hatte eine existierende Schweizer Adresse. Nach dem Austausch der IBAN per WhatsApp erhielt Mustermann ein gefälschtes Bank-Dokument mit QR-Code sowie die Aufforderung, sich vorübergehend nicht ins E-Banking einzuloggen. Kurz darauf war der Kontozugriff gesperrt. Über Nacht erfolgten 18 Abbuchungen kleiner Beträge, insgesamt mehrere Tausend Franken auf ausländische Konten, die wohl verloren sind.
Es kann alle treffen
Laut Daniel Slongo von der Schwyzer Kantonalbank handelt es sich um einen klassischen Phishing-Fall. Solche Betrugsmaschen treten im Kanton Schwyz fast täglich auf. Der Kontozugriff erfolgt meist, weil Betroffene Sicherheitsregeln verletzen und Zugangsdaten preisgeben. Banken warnen vor zeitlichem Druck, verdächtigen Nachrichten, QR-Codes und fordern nie Login-Daten per Nachricht an. Der Fall zeigt, dass diese Maschen alle treffen können und immer professioneller werden. Zum Thema «Bankgeschäfte sicher erledigen» informiert die SZKB am 5. Februar in Pfäffikon. Anmeldung unter: www.szkb.ch/clever
Deutlicher Anstieg solcher Delikte
Der finanzielle Verlust ist dabei nur ein Teil der Belastung: Hinzukommen Vertrauensverlust und ein hoher administrativer Aufwand. Viele Betroffene realisieren oft erst, was geschehen ist, wenn es bereits zu spät ist. Gleichzeitig registrieren Polizei und Banken seit Jahren einen deutlichen Anstieg solcher Delikte. «Anhand der bisherigen Zahlen gehen wir auch für das Jahr 2025 von einer weiteren Zunahme aus», sagt Pascal Weber von der Kantonspolizei Schwyz. Die Statistik folgt im März.
Die Aufklärung solcher Fälle gestaltet sich als schwierig – nicht zuletzt, weil die Täter oft aus dem Ausland operieren und moderne Verschleierungstechniken einsetzen. Klar wird: Cyberbetrug kann jede und jeden treffen – Wachsamkeit ist wichtiger denn je.