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Freienbach
20.10.2020
21.10.2020 09:14 Uhr

Pläne für das neue Höfner Rathaus sind da

Das detaillierte Bauprojekt für das neue Rathaus und Justizgebäude des Bezirks Höfe in der Leutschen in Freienbach liegt vor. Das Sachgeschäft soll an der kommenden Bezirksgemeinde an die Urne überwiesen werden.
  • Das Land der jetzigen Velo-Unterstand der Schule Leutschen könnte der Bezirk Höfe später gewinnbringend verkaufen. Es liegt in der Wohnzone.
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  • Präsentieren ihr Projekt: Yolanda Fumagalli, Frau Bezirksammann (links), die Bezirksräte Stefan Helfenstein und Domink Hug sowie Ratsschreiberin Claudia von Euw.
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Die Liegenschaftssituation des Bezirks Höfe mit zwei Rathäusern und drei Schulstandorten ist komplex. Jetzt soll sie vereinfacht werden. «Das neue Rathaus in der Leutschen ist die sinnvollste und konstengünstigste Variante», ist Frau Bezirksammann Yolanda Fumagalli überzeugt. Die Räumlichkeiten werden überdies gebraucht, damit der Bezirk seine gesetzlichen Aufgaben vollumfänglich erfüllen kann.

Ein Rathaus unter einem Dach würde eine völlig neue Ausgangslage bieten. Unter anderem, da der Betrieb an der Sek eins Höfe in der Leutschen per Sommer 2022 eingestellt wird,  entsteht Platz für das neue Rathaus und Justizgebäude des Bezirks. Dafür sprechen diverse Punkte. Der Umbau könnte in zwei bis vier Jahren realisiert und bezogen werden. Dazu wäre dem projizierten weiteren Bevölkerungswachstum in den Höfen sowie zusätzlichen Bezirks-Aufgaben Rechnung getragen.

Das Bauprojekt ist da

Die Planung ist weit fortgeschritten. Es zeigte sich, dass das 2006 sanierte Schulhaus in ein Rathaus umgebaut werden kann. Eine Sanierung des Pavillons lohnt sich jedoch nicht, hier stellte sich der Neubau des Justizgebäudes als günstiger heraus. Es wird einen Stock höher gebaut, als heute. 

Mit den zwei Gebäudeteilen wird die Gewaltentrennung von Judikative und Exekutive auch räumlich gewährleistet. Es hat genügend Parkplätze vor Ort, die Erschliessung erfolgt von der Rebhaldenstrasse her. In beiden Gebäuden wird je ein Empfang geschaffen, sowie die Trennung zwischen öffentlich zugänglichen und internen Arbeitsbereichen klar ersichtlich.

In der Leutschen soll eine moderne und flexible Arbeitsumgebung entstehen. Inklusive persönlichem Kontakt zu den Einwohnern.

Für die Realisierung dieses Projekts wurden Gesamtkosten 21,95 Millionen Franken ermittelt, was das neue Rathaus mit Justizgebäude Leutschen kostengünstiger und schneller umsetzbar als andere, geprüfte Varianten, mache. 

Kosten für Bezirk sinken

Mit der Reduktion der Bezirks- und Schulstandorte von aktuell fünf auf drei sinken auch die Unterhalts- und Betriebskosten. Zudem könnte der Bezirk Höfe zukünftig drei Liegenschaften veräussern: Die beiden Rathäuser in der Kernzone von Wollerau sowie der heutige Velo-Unterstand in der Leutschen (Wohnzone). Für diese drei Objekte wurde heute ein Verkaufswert von insgesamt 16 Millionen Franken ermittelt, was das Leutschen-Bauprojekt zu mehr als zwei Dritteln finanzieren würde. «Sowohl die Realisierung des Rathauses Leutschen, wie auch spätere Veräusserungen, werden den Stimmbürgern nacheinander als Sachgeschäft an der Urne vorgelegt», betont Yolanda Fumagalli. 

Bezirks-Steuerfuss bleibt 2021 gleich

Der Bezirk Höfe rechnet im Voranschlag für kommendes Jahr mit einem Minus von rund 5,8 Millionen Franken. Am Steuerfuss von 15 Prozent wird jedoch nicht gerüttelt und der Verlust mit dem Eigenkapital gedeckt.

 

Der Säckelmeister des Bezirks Höfe, Dominik Hug, ist um die Budgetierung 2021 nicht zu beneiden. Er betonte, dass es auf nächstes Jahr viele Änderungen und Ungewissheiten gebe: Von der Coronakrise über das neue Finanzhaushaltsgesetz (HRM2) bis zu diversen strukturellen Änderungen im Bezirk Höfe. 

Hug budgetiert für den Bezirk für nächstes Jahr konservativ mit Einnahmen von 35,5 Millionen Franken. Sie stehen Ausgaben von 41,3 Millionen Franken gegenüber. Von den knapp 5,8 Millionen Franken Verlust gehen voraussichtlich über 4 Millionen auf Steuerausfälle zurück. Der Bezirks-Steuerfuss ist jedoch nicht gefährdet. 

Der Bezirk Höfe rechnet konkret mit Steuerausfällen von 4,2 Millionen Franken (14 % des Steuersubstrats), wovon bei den Natürlichen Personen voraussichtlich 2,7 und bei den juristischen 1,1 Millionen Franken fehlen werden. 

Das Eigenkapital des Bezirks Höfe beträgt aktuell 28,5 Millionen Franken. Es soll das Minus aus dem nächsten Jahr decken. «Dieses Geld haben wir für Krisen angehäuft», betont Dominik Hug. Demnach kann der Bezirkssteuersatz nach Finanzplan auch die nächsten Jahre bei 15 % bleiben. Weitere konkrete Massnahmen, namentlich eine Steuererhöhung, sollen erst getroffen werden, falls das Eigenkapital unter 10 Millionen Franken sinkt.

Gezielt einsparen und investieren

Die Ausgaben sind für nächstes Jahr klarer vorauszusehen. Die Personalkosten sinken mit dem Weggang der Staatsanwaltschaft, auch wenn unter anderem ein neuer Richter und jemand zusätzliches für die Grundbuchbereinigung eingestellt werden musste. 

Der Sachaufwand geht ebenfalls um rund 1 Mio. Franken zurück. Irgendwann sei in diesem Bereich jedoch das Maximum der Einsparungen erreicht. Die Netto-Investitionen schlagen 2021 mit total 8,67 Millionen Franken zu Buche. Unter anderem für die Planung des Bauprojekts Leutschen, die Sanierung der Schulanlage Riedmatt sowie diverse Gewässerprojekte. 

Der Voranschlag zeige zwar kein schönes Ergebnis, trotz allem bleibt der Bezirksrat optimistisch. Die detaillierte Botschaft erscheint Anfang November. 

Mittwoch, 25. November, Bezirksgemeinde (Rechnung 2019 und Budget 2021), Aula, Schulanlage Weid, Pfäffikon

Patrizia Baumgartner, Redaktion March24 & Höfe 24
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