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03.09.2020
03.09.2020 10:59 Uhr

Jagdgesetz: «Das Gewehr löst keine Probleme»

Für Bisig geht die Gesetzesrevision zu wenig auf die Belange der geschützten Tierarten und der Artenvielfalt ein.
Für Bisig geht die Gesetzesrevision zu wenig auf die Belange der geschützten Tierarten und der Artenvielfalt ein.
Andreas Bisig, Kantonsrat und Präsident der GLP Linth, legt dar, weshalb er gegen das revidierte Jagdgesetz stimmen will.

Die Artenvielfalt in der Schweiz ist stark bedroht. 40% der Vögel und der Säugetiere gelten als gefährdet. Angesichts dieser Biodiversitätskrise würde man bei einer Revision des Jagdgesetzes erwarten, dass bedrohte Tierarten konsequent unter Schutz gestellt werden.

Leider ist das Gegenteil der Fall. Das Parlament lässt die Jagd auf bedrohte Arten wie Feldhase, Birkhahn und Waldschnepfe weiterhin zu.

Das Parlament hat zudem eine Liste von geschützten Arten beschlossen, die neu stark vereinfacht abschiessbar sein sollen. Auf dieser stehen Wölfe, Steinböcke und Höckerschwäne. Sie sollen bereits bei hypothetischen zukünftigen Schäden abgeschossen werden können. Es sind nicht einmal mehr vorgängige Massnahmen zur Schadensvermeidung nötig, bevor man schiessen darf.

Der Bundesrat kann jederzeit und am Volk vorbei weitere geschützte Arten auf diese Liste setzen. Gänsesäger, Graureiher, Luchse und Biber sind die nächsten Kandidaten für diese Abschussliste.

Der Schutz der Artenvielfalt liegt in unserem ureigenen Interesse. Wir Menschen müssen lernen mit der wilden Natur zusammenzuleben, ihr wieder mehr Raum zuzugestehen. Das Gewehr löst keine Probleme, kluge Lösungen wie der erfolgreich praktizierte Herdenschutz tun es. Ich sage klar Nein zur Revision des Jagdgesetzes.

Andreas Bisig, Kantonsrat und Präsident GLP Linth