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20.01.2022

Vorlage Hochwasserschutz in den Höfen – Worum geht's?

Der Krebsbach und seine Zuläufe Sihleggbach, Roosbach (im Bild), Paulibach und Rahmensbüelbach weisen verschiedene Schachstellen auf. Mit dem Hochwasserschutzprojekt werden diese Defizite beseitigt.
Der Krebsbach und seine Zuläufe Sihleggbach, Roosbach (im Bild), Paulibach und Rahmensbüelbach weisen verschiedene Schachstellen auf. Mit dem Hochwasserschutzprojekt werden diese Defizite beseitigt. Bild: Franz Feldmann, Redaktion March24 und Höfe24
In dreieinhalb Wochen stimmen die Höfner Bezirksbürger über den Hochwasserschutz und die Revitalisierung am Krebsbach, am Roosbach und am Sihleggbach ab. Darum gehts.

Am 13. Februar stimmt die Höfner Stimmbevölkerung über die dritte grosse Hochwasserschutz-Sachvorlage des Bezirks seit 2018 ab. Das gemeindeübergreifende Projekt sieht in allen drei Höfner Gemeinden Massnahmen vor. Die vorliegende Sachvorlage mit Investitionen von 16,67 Millionen Franken ist das mit Abstand grösste und teuerste Hochwasserschutzprojekt, das der Bezirk Höfe bislang aufgegleist hat.

2018 haben die Höfner Stimmbürger dem Retentionsbecken Staldenbach seine Zustimmung erteilt, letztes Jahr wurde das Hochwasserschutzprojekt Sarenbach mit grosser Ja-Mehrheit abgesegnet. Zusätzlich erfuhren und erfahren zahlreiche weitere Fliessgewässer im Rahmen der laufenden Rechnung eine Aufwertung in Sachen Hochwasserschutz und Revitalisierung. Mit dem aktuellen Projekt wird nun ein weiterer Schritt für einen hochwassersicheren Bezirk Höfe angestrebt.

Schwemmholz und Geschiebe verstopfen Durchlässe

Der Krebsbach und seine Zuläufe (Sihleggbach, Roosbach, Paulibach und Rahmensbüelbach) weisen verschiedene Schwachstellen auf. So wird in den steilen Abschnitten der Bachtobel viel Schwemmholz und Geschiebe mobilisiert, welches die Durchlässe verstopft. Im Siedlungsgebiet sind viele Bachgerinne zu schmal und oft stark verbaut. 

Einige Durchlässe und Brücken erfüllen die Abflussanforderungen nicht mehr. Zudem bestehen im Abschnitt Sihlegg ökologische Defizite. Bei Hochwasserereignissen wie im Jahr 2016 kommt es so zu Ausuferungen und in der Folge zu Überschwemmungen im Landwirtschafts- und Siedlungsgebiet, was erhebliche Sachschäden verursacht.

Zentraler Hochwasser-Rückhalt nicht umsetzbar

Der Krebsbach und seine Zuflüsse befinden sich grösstenteils in stark bebautem Siedlungsgebiet. Ein zentraler Hochwasser-Rückhalt wie beim Staldenbach ist aufgrund der Gewässerlage und der Platzverhältnisse nicht umsetzbar. Das Konzept des vorliegenden Hochwasserschutzprojektes besteht darin, dass auf einzelnen Streckenabschnitten der Wasserabfluss gewährleistet und Schwemmmaterial zurückbehalten wird.

  • Übersicht zu den Hochwasserschutz- und Revitalisierungsmassnahmen in den Höfen. Bild: zvg
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Im Roosgebiet werden zwei grosse Geschiebe- und Schwemmholzrückhaltebauwerke erstellt. Im Ereignisfall lagert sich das Geschiebe in diesen Bauwerken ab, und das anfallende Wasser kann frei von Feststoffen weiterfliessen. Auf Abschnitten im Roosgebiet und der Verenastrasse in Wollerau werden die Gerinnebreiten streckenweise verdoppelt. Auf Schutzbauten und Ufermauern kann nicht verzichtet werden. Diese werden mit Natursteinen gebaut.

Um den Abfluss des Wassers drosseln zu können, ist ein Teilrückhaltebecken beim grossen Parkplatz neben der Autobahnabfahrt Wollerau geplant. Damit der Abfluss des Wassers bei einem Starkereignis gewährleistet wird, sind an einigen Stellen Brückenbauwerke zu vergrössern, und unter der Autobahnauffahrt Richtung Chur entsteht eine Hochwasserentlastungsleitung.

Ökologische Defizite beheben

Hochwasserschutzprojekte in diesem Ausmass können heutzutage nicht mehr ohne Revitalisierungen ausgeführt werden. Im Abschnitt Sihleggbach, Paulibach, Rahmensbüelbach sind auch ökologische Defizite vorhanden, welche mit diesem Projekt behoben werden. Die Gerinne werden verbreitert, eine alternierende Uferböschungsgestaltung von Flach- und Steilufer soll zukünftig den Gewässerlauf prägen. Die Bäche erhalten eine natürliche Bachsohle, die sich entwickeln kann. Die Ufer werden mit einheimischen Pflanzen bestockt oder mit Blumenwiesen eingesät, um ein natürlicheres Bild zu schaffen. 

Die Ziele des Hochwasserschutz- und Revitalisierungsprojekts

• Den Hochwasserschutz nachweislich erhöhen, indem die Schwachstellen beseitigt und bestehende Bauwerke verstärkt werden

• Anfallendes Geschiebe und Schwemmholz im Ereignisfall zurückhalten und den Abfluss des «sauberen» Bachwassers ermöglichen

• Ökologische Aufwertung der betroffenen Bachläufe im Landwirtschafts- und Siedlungsgebiet, wo möglich

• Bilden von möglichst natürlichen Gewässerläufen und Bachsohlen zum Erhalt und zur Förderung der Bachlebewesen wie Edel- und Steinkrebs sowie Bachforelle.

Bild: bel
Redaktion March24 und Höfe24