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Sport
20.01.2022

Jetzt geht es in Antholz um die Wurst für Amy und Nik

Ende dieser Woche entscheidet sich, ob Amy Baserga und Niklas Hartweg ein Ticket nach Peking erhalten.
Ende dieser Woche entscheidet sich, ob Amy Baserga und Niklas Hartweg ein Ticket nach Peking erhalten. Bild: Franz Feldmann
Sowohl Niklas Hartweg wie auch Amy Baserga kämpfen an diesem Wochenende im Südtirol um die verbleibenden Biathlon-Tickets für die Olympischen Spiele in Peking. Es ist ihre letzte Chance.

Seit dieser Saison sind die beiden Biathleten Amy Baserga und Niklas Hartweg im Weltcup unterwegs. Dies haben sie sich in den letzten Jahren redlich verdient. Nicht zuletzt ist der Einsatz der beiden 21-jährigen Talente eine Investition in die Zukunft. Die Biathlon-Weltmeisterschaften werden 2025 auf der Lenzerheide stattfinden. Bis dahin sollen die beiden zu Leistungsträgern im Schweizer Biathlon-Team heranreifen. «Dann müssen wir liefern», sagte der Wollerauer Hartweg zu Beginn der Saison.

Jetzt geht es darum, erste Erfahrungen auf höchster Stufe zu machen und viel zu lernen. Das beinhaltet halt auch, angesichts der hochkarätigen internationalen Konkurrenz, relativ hartes Brot zu essen. Dies in einer Sportart, die zahlreiche Komponenten zu einem Gesamtbild zusammenfügt. Und eben dies braucht viel Erfahrung. 

Amy Baserga ist aktuell hinter Lena Häcki als zweitbeste Schweizerin in der Gesamtweltcup-Rangliste aufgelistet. Bild: Archiv

Erfolgreicher Einstand

Amy Baserga hat dies mit ihren ersten Auftritten auf höchster Stufe eindrücklich machen können, hat bereits erste Weltcup-Punkte auf ihrem Konto und ist aktuell hinter Lena Häcki (Rang 35, 119 Punkte) als zweitbeste Schweizerin in der Gesamtweltcup-Rangliste auf Rang 70 mit 20 Punkten anzutreffen. Es folgen Aita (77./11), Selina (82./7) und Elisa Gasparin (88./1).

Die Gesamtbilanz sieht für Swiss-Ski im Vergleich zu früheren Jahren bei den Frauen nicht besonders rosig aus. So ist zu erklären, dass beim ersten Termin in dieser Woche, wo die Selektionen von Swiss Olympic bekannt gegeben wurden, nur gerade Lena Häcki als Selektionierte aufgeführt ist.

Das heisst für Amy Baserga, sich ab heute im italienischen Antholz, nochmals Vollgas zu geben, um sich einen Startplatz in Peking zu sichern. Denn die Staffel hat sich ja für den Grossanlass qualifiziert. Es sind also noch drei Plätze zu vergeben. Sie will im Einzelrennen morgen ab 14.15 Uhr nochmals angreifen, um die Selektionäre von ihren Qualitäten zu überzeugen. Ihre Teilnahme in Peking wäre auch für den Verband eine Investition in die Zukunft, denn in vier Jahren könnten die ersten Olympia-Erfahrungen von Baserga viel wert sein.

Niklas Hartweg: «Ich konnte den zehnten Platz gegen die ‹grossen Jungs› verteidigen.» Bild: Archiv

Auch Hartweg hofft noch

Genau das gleiche gilt für Niklas Hartweg. Im Gegensatz zu Baserga hat er noch keine Weltcuppunkte sammeln können, vier andere Schweizer Athleten haben dies bereits geschafft: Benjamin Weger (22. /205), Joscha Burkhalter (51./55) Sebastian Stalder (71./19) und Martin Jäger (85./8). Weger und Burkhalter sind denn auch bereits selektioniert. Wer die beiden für die Staffel nach Peking begleiten wird, wird sich ebenfalls nach Antholz entscheiden.

Mit dem Sprint in Ruhpolding ist Hartweg, trotz der verpassten Qualifikation für den Verfolger, recht zufrieden. «Ich habe ein solch hohes Niveau noch nie gesehen», staunte Hartweg nach dem Rennen. «Normalerweise reicht ein Rückstand von etwas mehr als zwei Minuten für die Quali, aber in Ruhpolding brauchte man 1:50 Minuten.» Ein Zeichen dafür, dass die Olympiaqualifikation nicht nur in der Schweiz vor der Türe stand. In der Staffel wurde Hartweg am Sonntag als Schlussläufer eingesetzt und brachte seine Leistung.

«Jetzt gilt es für mich, in Antholz ein gutes Resultat zu liefern und um die letzten Plätze für Peking zu kämpfen», freut sich der Höfner. Eine erste Gelegenheit bietet sich Hartweg bereits heute ab 14.15 Uhr im Einzel der Männer.

Franz Feldmann, Redaktion March24 und Höfe24