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Pfäffikon
20.01.2022

Bundesgericht wird sich mit Seedi-Hochbrücke beschäftigen

Um den Schweizerhof-Kreisel in Pfäffikon zu entlasten, soll eine Hochbrücke den Verkehr von der A3 direkt zum Einkaufszentrum führen. Das Projekt wird aber seit Jahren durch Einsprachen und beschwerden blockiert.
Um den Schweizerhof-Kreisel in Pfäffikon zu entlasten, soll eine Hochbrücke den Verkehr von der A3 direkt zum Einkaufszentrum führen. Das Projekt wird aber seit Jahren durch Einsprachen und beschwerden blockiert. Bild: Franz Feldmann, Redaktion March24 und Höfe24
In der Geschichte der geplanten Erschliessung des Seedamm Centers in Pfäffikon wird ein weiteres Kapitel geschrieben. Die vor Verwaltungsgericht unterlegenen Beschwerdeführer ziehen vor Bundesgericht.

«Grünes Licht für den Bau der Hochbrücke», titelte diese Zeitung im Juni 2017. Seither wechselte die Ampel immer wieder mal auf Orange oder Rot. Dabei würde das Projekt, mittels Hochbrücke von der Autobahn A3 direkt zum Seedamm-Center fahren zu können, die Verkehrssituation in Pfäffikon massiv entlasten. Aber wegen Einsprachen und Beschwerden ist die Hochbrücke schon fast eine nicht enden wollende Geschichte. 

2016 ersuchte die Seedamm Immobilien AG den Gemeinderat Freienbach um die Bewilligung für den Bau einer Zufahrt ab dem Autobahnanschluss Pfäffikon über eine Hochbrücke zum Seedamm-Center. Dadurch sollte ermöglicht werden, dass der Einkaufsverkehr nicht mehr nur via Etzelpark-Kreuzung und Schweizerhof-Kreisel fahren muss, sondern auch direkt ab der Autobahn zum Center gelangen kann. Die Hochbrücke würde die Autobahnzufahrt auch für den neu geplanten «Seedi»-Teil regeln und ist ebenfalls Voraussetzung für die Bewilligung des Anbau-Projekts der Migros auf dem westlichen Teil.

Lärmrechtliche Vorschriften abklären

2017 wies der Gemeinderat Freienbach verschiedene Einsprachen gegen das Projekt ab. Die Baubewilligung wurde unter verschiedenen Auflagen erteilt. Der Entscheid wurde an den Regierungsrat weitergezogen, der die Beschwerden aber ebenso abwies. Deshalb wurde beim Verwaltungsgericht Beschwerde erhoben.

Eine Hochbrücke von der Ausfahrt Pfäffikon (unten Mitte) zum Seedamm-Center würde den Schweizerhof-Kreisel massiv entlasten. Bild: Franz Feldmann, Redaktion March24 und Höfe24

Dieses hiess 2019 die Beschwerde gut und wies die Sache an den Regierungsrat zurück. Die Rückweisung erfolgte mit der Begründung, es könne gestützt auf die Akten nicht beurteilt werden, ob die lärmrechtlichen Vorschriften eingehalten würden. Deshalb sei abzuklären, ob die durch die geplante Verkehrsanlage erzeugten Lärmimmissionen die Planungswerte in der Umgebung einhalten würden.

In Zukunft eher weniger als mehr Verkehr

Trotz erfolgter Auflage eines Lärmgutachtens, das die Einhaltung der Planwerte bestätigte, ging der Streit weiter. Gemeinderat und Regierungsrat bekräftigten in neuen Verfahren erneut die Baubewilligung, weshalb der Fall 2021 wiederum beim Verwaltungsgericht landete. Dieses wies in seinem jüngsten Entscheid auf sein erstes Urteil hin, das bezüglich Zonen- und Baukriterien verbindlich sei. Die Richter kamen zum Schluss, dass das Lärmgutachten «eher als grosszügig und auf jeden Fall nicht als zu gering zu qualifizieren» sei. 

Doch das letzte Wort in dieser nun Jahrzehnte langen Geschichte ist noch nicht gesprochen. Der Fall liegt jetzt nämlich vor dem Bundesgericht in Lausanne. Das hat Auswirkungen auf die Center-Ausbaupläne, die immer noch warten müssen. «Die Ausgangslage hat sich nicht verändert», sagt Stefan Jenny, Geschäftsführer der Seedamm-Immonbilien AG in Pfäffikon. «Es herrscht immer noch der Status Quo.» Und Prognosen zu wagen, wann es weiter gehen könnte, sei wohl etwas vom schwierigsten.

Ruggero Vercellone und Hans-Ruedi Rüegsegger