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Altendorf
18.01.2022

«Wäldli» unterhalb Johannisburg erhält eine Verjüngungskur

Ruedi Müller, Revierförster Höfe/Altendorf (rechts) und Paul Betschart, OAK-Betriebsförster, inmitten einiger frisch geschlagener Bäume.
Ruedi Müller, Revierförster Höfe/Altendorf (rechts) und Paul Betschart, OAK-Betriebsförster, inmitten einiger frisch geschlagener Bäume. Bild: Andreas Knobel, Redaktion March24 & Höfe24
Wenn Bäume ausgeholzt werden, empören sich Passanten öfters. Dies will Ruedi Müller als Revierförster Höfe/Altendorf im Falle des «Wäldli» unterhalb der Kapelle St. Johann in Altendorf vermeiden. Tatsächlich macht die Verjüngung Sinn, der kleine Wald wird in einigen Jahren wieder dicht und gesund bewachsen sein.

Das «Wäldli», wie es von Einheimischen fast schon liebevoll genannt wird, mag von seiner Grösse her niemanden beeindrucken. Nordwestlich der Kapelle St. Johann in Altendorf gelegen, säumt es die Burggasse, die in den Burgweg mündet, die beide als beliebte Spazier-Rundwege dienen. Diese Burggasse jedoch bleibt noch sicher diese Woche gesperrt, es sind nämlich umfangreiche Holzerarbeiten im Gange.

Der prominenten Lage ist sich auch Ruedi Müller als Revierförster Höfe/ Altendorf bewusst. Deshalb ist es ihm ein Bedürfnis, besorgte Passanten zu beruhigen, und zu erklären, warum nun grosse Teile des Waldes abgeholzt werden.

Rechts von der Kapelle St. Johann befindet sich das stark ausgelichtete und verjüngte Altendörfler «Wäldli», links ist die Seilbahn mit einem Baumstamm zu erkennen, der Richtung Tiergarten transportiert wird. Bild: Andreas Knobel, Redaktion March24 & Höfe24

Eine Sache für die Profis

Eigentümer sind die Erben Keller, also jener Stamm vom Tiergarten, der in den 1970er-Jahren in die Ostschweiz «ausgewandert» ist. Pächter ist seit einem Jahr der Ybriger Josef Bellmont. Er nimmt nun die Verjüngung seines «Blätzes» zur Hand, auch um der unterhalb liegenden, geschützten und extensiv bewirtschafteten Wiese Raum zu geben.

Für dieses Unterfangen hat er den Revierförster hinzugezogen und der Oberallmeind Korporation Schwyz (OAK) den Holzerauftrag erteilt.

Ruedi Müller, Revierförster Höfe/Altendorf (rechts) und Paul Betschart, OAK-Betriebsförster. Bild: Andreas Knobel, Redaktion March24 & Höfe24

Extra eine Seilbahn eingerichtet

Für die Arbeiten wurde extra eine Transportseilbahn eingerichtet, die oben vom Lachner Reservoir hinunter an die Strasse zum Tiergarten reicht und immerhin 350 Meter lang ist, wie Paul Betschart als Betriebsförster der OAK erklärt. Diese Seilanlage führt über die Burggasse, weshalb auch gleich klar wird, warum diese aus Sicherheitsgründen komplett gesperrt werden muss.

Kommen die Baumstämme unten an, werden sie vom «Gebirgs-Harvester» entastet und auf die passende Grösse geschnitten, um per Lastwagen abtransportiert zu werden. Die geschätzten 200 Kubikmeter Holz werden vor allem zu Schnitzeln verarbeitet, erklärt Ruedi Müller, jedenfalls bleibe Verarbeitung und Nutzung vollständig im Kanton Schwyz. 

Eiche wird stehengelassen

Insgesamt wurden etwa 40 Buchen, 20 Eschen (vielean der Eschenwelke erkrankt) sowie vier Fichten gefällt. Dadurch erhält der Jungwuchs eine Chance, selber zu mächtigen Bäumen zu werden. Aktiv aufgeforstet würden Eichen, so Müller. Auch die bestehende, stolze Eiche am Rand der Burggasse werde stehen gelassen, sie präge das Bild des Waldes wesentlich.

Zudem würden Eiben gefördert, immerhin steht am Burgweg unterhalb der Kapelle eine uralte, geschützte Eibe. Und schliesslich werde man versuchen, wieder Edelkastanien anzusiedeln, erklärt Revierförster Müller.

Andreas Knobel, Redaktion March24 und Höfe24