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Kanton
11.12.2021
10.12.2021 10:00 Uhr

Konkurrenzkampf unter den Heimen ist nicht a priori schlecht

Eines der Projekte in Ausserschwyz: das Altersund Pflegeheim Obigrueh in Schübelbach. Beim geplanten Neubau setzt die Gemeinde auf höchstmögliche Flexibilität.
Eines der Projekte in Ausserschwyz: das Altersund Pflegeheim Obigrueh in Schübelbach. Beim geplanten Neubau setzt die Gemeinde auf höchstmögliche Flexibilität. Bild: Franz Feldmann
Derzeit sind die Belegungszahlen der Schwyzer Alters- und Pflegeheime im Vergleich zum Vorjahr um 1,9 Prozent tiefer. Das Departement des Innern hält jedoch an der jetzigen Bedarfsplanung fest.

Für das zuständige Departement des Innern ist nach wie vor die demografische Entwicklung massgebend für die Bedarfsplanung von Alters- und Pflegeheimplätzen. Dies schreibt Frau Landammann Petra Steimen- Rickenbacher in der Antwort auf eine Kleine Anfrage von Kantonsrat Manuel Mächler (SVP, Schübelbach).

Nur zu 90,7 Prozent ausgelastet

Mächler berief sich auf die von Statistik Luzern (Lustat) publizierten Angaben zu den Alters- und Pflegeheimen im Kanton Schwyz. Darin heisst es, dass die Schwyzer Institutionen im Jahr 2020 nur zu 90,7 Prozent ausgelastet waren. Dadurch seien die meisten Heime nicht wirtschaftlich und müssten auf die Steuerzahler zurückgreifen, um «die durch Überkapazität verursachten Verluste zu decken», so der Schübelbachner Kantonsrat. Nicht berücksichtigt seien zudem die Veränderungen in der Langzeitpflege, die möglicherweise durch die Pandemie verursacht würden. Deshalb wollte er von der Regierung wissen, ob es nicht sinnvoll wäre, die Bedarfsplanung anzupassen.

«Die Auswirkungen der Pandemie können zurzeit nicht abschliessend beurteilt werden.»
Departement des Innern

Weiter stelle sich die Frage, ob die Gemeinden mit Investitionen nicht zuwarten sollten, bis die Auswirkungen der Pandemie auf die Langzeitpflege ermittelt werden könnten. Schliesslich plädierte Mächler dafür, dass die Heime nicht in einen Konkurrenzkampf treten, sondern regional zusammenarbeiten sollten.

Nochmals 1,9 Prozent weniger

Tatsächlich sind die Belegungszahlen der Schwyzer Heime gemäss Antwort des Departements des Innern nochmals um 1,9 Prozent zurückgegangen. Die Pandemie beeinflusse die aktuelle Bettenbelegung in den Alters- und Pflegeheimen nachweislich. Allerdings können die Auswirkungen der noch immer andauerenden Pandemie zurzeit nicht abschliessend beurteilt werden.

«Die Basis der längerfristigen Bedarfsplanung bildet jedoch die demografische Entwicklung (Babyboomer-Generation). Aus diesem Grund geht das Departement des Innern zurzeit nach wie vor davon aus, dass die in der Bedarfsplanung zusätzlich ausgewiesenen Plätze in Zukunft benötigt werden», heisst es in der Antwort. Die Gemeinden seien aber zu Flexibilität aufgerufen.

Konkurrenz belebt

Es habe schon bisher einen gewissen Konkurrenzdruck unter den Alters- und Pflegeheimen gegeben. «Wobei dies einem Betrieb aus wirtschaftlicher Sicht auch helfen kann, sich stetig zu verbessern, attraktiv zu bleiben und allfällige Kooperationen einzugehen», folgert das Departement des Innern. Wie die Gemeinden die Zusammenarbeit untereinander regeln und gestalten, stehe ihnen frei und wird nicht kantonal geregelt.

Stefan Grüter, Chefredaktor March24 & Höfe24