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29.11.2021

Uhrendieb wird kräftig zur Kasse gebeten

Bild: zvg
Das Strafgericht verurteilte einen Portugiesen, der seinem Chef – ein betuchter Ausserschwyzer Geschäftsmann – eine teure Armbanduhr gestohlen hatte.

Der heute 59-jährige Portugiese war bei seinem Chef, einem betuchten Ausserschwyzer Geschäftsmann, als Reinigungshilfe angestellt. «Aus Ärger, weil mir gekündigt worden ist», so der Beschuldigte vor dem Strafgericht, entwendete der Portugiese am Feriensitz des Geschäftsmannes im Tessin im Mai 2009 eine Armbanduhr der Marke Patek Philippe im Wert von rund 214 000 Franken. Er steckte die Uhr, die er auf dem Gartentisch fand, in seine Hosentasche – in der Absicht, diese später in seinem Heimatland zu verkaufen.

Fall zuerst eingestellt

Dass der Fall erst jetzt, zwölf Jahre später, vor dem Strafgericht landete, hatte seine Gründe, wie der Staatsanwalt erklärte. Der Beschuldigte bestritt zuerst die Tat. Auch war vorerst unklar, ob die Uhr am Wohnort des Geschäftsmannes in Ausserschwyz oder an seinem Ferienort im Tessin geklaut worden war. Die Staatsanwaltschaft stellte zuerst den Fall ein. Weil der Geschäftsmann dagegen Beschwerde erhob und diese vom Kantonsgericht gutgeheissen worden war, wurde die Untersuchung wieder aufgenommen. Als sich herausstellte, dass die Uhr tatsächlich zuerst in Portugal verkauft und dann über München nach China weiterveräussert worden war, wurden mehrere Rechtshilfebegehren, unter anderem in Portugal und China, nötig – was einige Zeit brauchte. Erst am Ende dieser Strafuntersuchungen erfolgte das Geständnis des Portugiesen, die Uhr im Tessin gestohlen zu haben. Die Verfahrenszuständigkeit blieb trotzdem im Kanton Schwyz, um nicht noch mehr Zeit zu verlieren.

Schadenersatz von 300 000 Franken

Im abgekürzten Verfahren wurde der Beschuldigte zu einer bedingten Freiheitsstrafe von acht Monaten und einer Busse von 2400 Franken verurteilt. Zudem hat der Verurteilte dem Bestohlenen einen Schadenersatz von insgesamt über 300 000 Franken (inklusive aufgelaufener Zinsen) zu bezahlen. Die Kosten des Verfahrens von fast 30 000 Franken wurden ihm ebenfalls aufgebürdet. Und schliesslich hat er seinen früheren Chef für die Aufwendungen im Verfahren mit rund 8500 Franken zu entschädigen.

Ruggero Vercellone, Freier Mitarbeiter March24 & Höfe24