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Kanton
23.11.2021

Schwyz will Quarantäne-Regeln in Schulen nicht anpassen

Eine kleine Menge des Speichelgemisches aus einem Teil der Klasse wird in ein versiegeltes Reagenzglas gegeben.
Eine kleine Menge des Speichelgemisches aus einem Teil der Klasse wird in ein versiegeltes Reagenzglas gegeben. Bild: Keystone
Der Kanton Schwyz hält am Testing und an der Quarantäne-Bestimmung in Schulen fest, wie das Bildungsdepartement in seiner Antwort auf eine Kleine Anfrage schreibt.

Im Kanton St. Gallen werden an der Volksschule seit dem 8. November keine Kinder mehr in Quarantäne geschickt. Begründet wird dies einerseits mit sehr tiefen Neuansteckungen an Schulen nach den Herbstferien. Andererseits stützt sich der St. Galler Bildungsrat auf die Erkenntnisse aus dem Austausch zwischen Fachpersonen aus Medizin und Bildung. Demzufolge infizierten sich Kinder zwar, würden aber kaum krank. Sie würden jedoch stark unter den Auswirkungen der Massnahmen im schulischen Alltag leiden. Für den Bildungsrat habe der reibungslose Präsenzunterricht oberste Priorität, wie der Kanton St. Gallen Anfang November mitteilte.

Auch im Kanton Schwyz habe der reibungslose Präsenzunterricht oberste Priorität, schreibt Kantonsrat Roland Müller (SVP, Küssnacht) in einer Kleinen Anfrage. Deshalb sei es angezeigt, die Kinder und Jugendlichen der Volksschule zu entlasten. Von der Regierung will er wissen, ob sie die Quarantänebestimmung des Kantons St. Gallen übernehmen wolle.

Keine «sehr tiefen» Zahlen

In seiner Antwort weist Bildungsdirektor Michael Stähli darauf hin, dass per 17. November 176 Schülerinnen und Schüler der Volksschule in Isolation seien. Das sei nahezu das Siebenfache verglichen mit der Zahl vor den Herbstferien. «Im Gegensatz zum Kanton St.Gallen kann daher nicht von einer sehr tiefen Zahl an Neuansteckungen nach den Herbstferien gesprochen werden», so der Bildungsdirektor.

Der Kanton Schwyz halte sich an die Anweisungen des Bundesamtes für Gesundheit (BAG). Eine Quarantäne für Schülerinnen und Schüler werde angeordnet, wenn ein enger Kontakt mit einer am Coronavirus erkrankten Personen während einer Zeitspanne von mehr als 15 Minuten stattgefunden habe. Damit der Präsenzunterricht aufrechterhalten werden könne, sei es unumgänglich, ansteckende Personen zu isolieren, damit die Ansteckungsketten unterbrochen werden könnten. «Aufgrund der aktuell hohen Fallzahlen an den Schulen im Kanton Schwyz wird davon abgesehen, die Quarantäneregeln anzupassen», schreibt der Bildungsdirektor.

Kleiner Zeitbedarf

«Das repetitive Testen ermögliche eine wirkungsvolle Überwachung der Entwicklung der Fallzahlen an Schulen », schreibt der Bildungsdirektor auf Müllers Frage, wie sich der Aufwand für die Testung an Schulen im Vergleich mit der tatsächlichen Verbreitung von Covid-19 verhalte. Die wöchentlichen Spucktests seien für Schülerinnen und Schüler problemlos, der Zeitbedarf pro Klasse betrage rund fünf bis zehn Minuten, heisst es in der Antwort des Bildungsdepartements. Die Wirkung für die Erkennung und Eindämmung der Ansteckungsketten beziehungsweise zur Abwendung eines weiteren Anstiegs der Infektionszahlen seien durchaus gegeben, heisst es in der Antwort.

Quarantäne als Konsequenz

Schliesslich wollte Roland Müller wissen, wie die Regierung die neuen Erkenntnisse von Fachpersonen aus Medizin und Bildung im Zusammenhang mit Quarantäneregelungen für Volksschulkinder einschätze.

Im Vergleich zu Erwachsenen hätten Kinder zwar meistens leichtere Symptome, können das Virus aber auch weitergeben, heisst es in der Antwort. Aktuell erfolgten vermehrt Ansteckungen innerhalb der Klassen und die Schülerinnen und Schüler können das Virus in der Folge auch auf Familienangehörige übertragen. Das Bildungsdepartement hält an seiner Strategie fest. Die Anordnung einer Quarantäne sei die Konsequenz, um eine weitere Ausbreitung des Virus zu verhindern, so der Bildungsdirektor abschliessend.

Hans-Ruedi Rüegsegger, Redaktion March24 & Höfe24