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Sport
04.11.2021
04.11.2021 17:34 Uhr

Erste Trainingsfahrt im Pikes-Peak-Auto geglückt

Bild: Franz Feldmann
In Tuggen ist kürzlich mit einem Roll-out das Projekt «Pikes Peak 2022» des Köstli Racing Teams präsentiert worden. Der Wangner Rennfahrer Roger Schnellmann konnte zum ersten Mal im Rennauto ein paar Runden fahren.

«Ich glaube, er hat Spass», sagt Roman Köstli, Teamchef des gleichnamigen Rennstalls. Er dreht sich ab und schmunzelt zufrieden. Zuvor hat er ganz genau beobachtet, was auf der Piste im Verkehrszentrum in Tuggen passiert. Es ist ein grosser, entscheidender Moment. Nicht nur für ihn, sondern auch für seinen Bruder Sebastian. Und natürlich auch für den Wangner Rennfahrer Roger Schnellmann, der in einem Rennauto seine ersten schnellen Runden dreht.

Bild: Franz Feldmann

Erster, konkreter Schritt

Worum geht es? Schon seit einem Jahr ist bekannt, dass das Köstli Racing Team sich ein ehrgeiziges Ziel gesteckt hat: am renommiertesten Bergrennen der Welt, dem Pikes Peak in Colorado teilzunehmen. Dazu braucht es eine Einladung, die ist auf diesen Sommer hin erfolgt. Dazu braucht es Geld und ganz viel Arbeit. Das Geld ist noch nicht alles beisammen, es werden weiterhin noch Sponsoren gesucht. Die Arbeit hat aber schon längst begonnen.

  • Roman Köstli (l.) gibt Roger Schnellmann Anweisungen zum Auto. Bild: Franz Feldmann
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  • Bild: Franz Feldmann
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An diesem Nachmittag gilt es in Tuggen zum ersten Mal so richtig ernst. Es ist das Roll-out des Rennwagens, des Radical SP03. Es ist noch nicht die definitive Ausgabe des Rennautos, das am Nachmittag auf einem Anhänger auf das Gelände des Verkehrszentrums Tuggen gefahren wird und das im nächsten Sommer in Colorado an den Start gehen soll. «Wir werden jetzt im Winter alles machen, was zu tun ist», so Sebastian Köstli bei der Präsentation zu Beginn der Veranstaltung.

Sebastian Köstli Bild: Franz Feldmann

Nicht nur im Simulator zu üben, sondern das richtige Feeling mit dem echten Rennwagen zu holen, das ist Roger Schnellmann wichtig. «Ein cooler Eindruck, den ich heute mitnehmen durfte», zeigt sich Schnellmann mit einem breiten Grinsen im Gesicht zufrieden, sobald er aus dem Rennwagen ausgestiegen ist und den Helm ausgezogen hat. Er hat offensichtlich Spass auf der Piste gehabt, so, wie es Roman Köstli vermutet hat. «Ja, ganz klar», bestätigt er denn auch. «Es ist definitiv anders als im Simulator. Das Auto ist viel direkter bei der Lenkung, sehr giftig auf der Hinterachse.» An dieses Gefühl würde er sich gerne gewöhnen.

Das Gespür für das Auto finden

Schnellmann dreht einige Runden, wo es auch darum geht, herauszufinden «was geht und was nicht», so Schnellmann weiter. So ist dieses Roll-out für den Wangner Rennfahrer extrem wichtig. «Ich wollte auch wissen, ob ich dieses Auto überhaupt fahren kann, ob ich der richtige Mann dafür bin.» Und, ist er es? «Ich denke schon», schmunzelt er.

  • Bild: Franz Feldmann
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Davon überzeugt ist auch Sebastian Köstli, der schon von der ersten Runde an in Tuggen erstaunt ist, mit welcher Geschwindigkeit Schnellmann den Radical SR03 über die Piste des Verkehrszentrums jagt. «Ich hätte nie so schnell fahren können», so Köstli. «Roger setzt sich in den Wagen und gibt gleich ordentlich Gas.»

Roger Schnellmanns Auto und die erste Testfahrt im Video:

Wie Schnellmann ist er selbst Rennfahrer. «Mir gefällt, wie Roger das Auto von Beginn weg im Griff hat. Er weiss offensichtlich, was er tut, hat ein gutes Gefühl für das Auto.» Also auch von seiner Seite her gibt es einen Daumen nach oben. Noch Minuten nach Abschluss des Fahrens ist Schnellmann die Freude sichtlich anzusehen, das Grinsen aus seinem Gesicht nicht wegzudenken. «Ich könnte heute den ganzen Abend hier Runden drehen», sagt er. Die Kombination Köstli-Schnellmann passt offensichtlich.

Von Roger Schnellmann gibts nach der ersten Testfahrt einen Daumen nach oben. Bild: Franz Feldmann

Auf dem richtigen Weg

«Alles hat funktioniert, das ist bei Beginn von Testfahrten nicht selbstverständlich», erklärt Sebastian Köstli. Irgendetwas könne reissen, der Motor überhitzen, das war alles nicht der Fall. «Nun gehen wir mit einem guten Gefühl in den Winter und können das Auto umbauen.»

Nach der ersten Testfahrt werden die Erkenntnisse ausgetauscht. Bild: Franz Feldmann

So ist die Unsicherheit zu Beginn des Roll-outs in Tuggen einer Sicherheit gewichen, für das Rennen vom kommenden Sommer in Colorado auf dem richtigen Weg zu sein.

Franz Feldmann, Sportredaktion March24 & Höfe24