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Lifestyle
04.08.2021
11.08.2021 11:34 Uhr

Heute sagen wir: Wasser Marsch! - Folge 4

In unserer Serie erfährt ihr von Pam & Angi alles rund um das Campen.
In unserer Serie erfährt ihr von Pam & Angi alles rund um das Campen. Bild: zvg
Im Camper über Frischwasser zu verfügen verleiht jeder Reise eine gewisse Sorglosigkeit. Bedenklich wird es erst wenn die Versorgungsstation aufgesucht werden muss und das Frischwasser zur raren Ressource wird. Der vierte Teil unserer Camping-Serie beantwortet die Frage: Wie verhält es sich mit fliessend Wasser im Wohnmobil?

Die eigene Küche, Dusche und Toilette im Wohnmobil immer dabei zu haben, ist für uns einfach toll. Doch spätestens wenn die Füllstandsanzeige des Abwassertanks rot leuchtet und sich das Frischwasser dem Ende neigt, ist es Zeit, die nächste Versorgungsstation anzufahren.

Das Camping-Wassersystem

Wie verhält es sich eigentlich mit fliessend Wasser im Wohnmobil? So wichtig das Thema ist, so oft führt es auch zu Fragen und Schwierigkeiten. Daher widmen wir uns umfassend dem Thema Wasserversorgung im Campervan. Das Wassersystem beim Campen besteht grob aus drei Kategorien: Frischwasser, Grauwasser und Schwarzwasser. In unserem Nobody sind drei Tanks bzw. Behälter verbaut. Eine Toilettenkassette, um die wir uns weiter unten kümmern und zwei Tanks für Wasser. Der Frischwassertank umfasst ca. 100 Liter und der Grauwassertank ca. 90 Liter. Wie der Name schon sagt handelt es sich beim Frischwasser um frisches, in unserem Fall trinkbares Wasser und die Basis des gesamten Systems. Das Grauwasser umfasst in der Regel gebrauchtes Wasser aus Spül-, Waschbecken und Dusche und wird in einem dafür vorgesehenen Tank im unteren Teil des Campervans gesammelt. Beim Schwarzwasser handelt es sich um das Abwasser der Toilette, welches in einen kleineren Tank – meist in eine Kassette – fliesst.

Kontrollpanel im Campervan Bild: zvg

Wo Auffüllen und wie Ablassen?

Die oberste Regel bei der Wasserver- und Entsorgung lautet: Das Wasser nur an dafür vorgesehenen Orten, niemals in der freien Natur entsorgen!

Idealerweise hat man zum Auffüllen einen eigenen Frischwasserschlauch mit passenden Aufsätzen dabei und kann den Tank problemlos füllen. Sollte man keinen solchen dabei haben, gibt’s auf den meisten Service-Stationen einen. Oder man behilft sich selbst und nutzt Kanister und Trichter. Dazu den abschliessbaren Tankdeckel an der Aussenseite des Wohnmobils öffnen, den Schlauch (oder Trichter) einführen und den Tank auf das gewünschte Niveau füllen. Zum Ablassen des Grauwassers muss man normalerweise nur den Abwasserhahn öffnen. Je nach Art des Wohnmobils kann dieser entweder innen, meist im hinteren Teil, oder aussen verbaut sein. Nachdem man den Hahn geöffnet hast, fliesst das Grauwasser aus dem Abwasserauslass in den dafür vorgesehenen Gulli ab.

Frischwasserbefüllung mit einem Gartenschlauch Bild: zvg

Toilettenkassette richtig entleeren

Die Kassettentoilette wird über das Frischwassersystem per Knopfdruck mit Spülwasser versorgt. Der sogenannte “Schieber” verschliesst die Toilettenschüssel nach unten, um zu vermeiden, dass sich unangenehme Gerüche im Wohnmobil ausbreiten. Unterhalb der Toilette befindet sich die Kassette, in der das Geschäft aufgefangen wird. Mithilfe chemischer Substanzen wird die Kassette gleichzeitig desinfiziert und Toilettenpapier sowie Fäkalien werden schneller zersetzt. Die Kassette befindet sich meist in einem von aussen zugänglichen Einschubfach und kann dadurch einfach zur geeigneten Entsorgungsstation transportiert werden. Unsere hat sogar Rollen und einen aufklappbaren Griff, mit dem man sie wie einen Rollkoffer ziehen kann. Vor allem wenn’s warm ist, sollte der Fäkalientank alle paar Tage entleert werden, unabhängig davon wie voll er bereits ist – sonst fängt‘s schnell an zu stinken.

Die Toilettenkassette bei der Entnahmelucke Bild: zvg

Einfach drinnen oder draussen duschen

Viele duschen ja nicht im Wohnmobil – wir schon. Wir verstehen auch nicht, wieso man das nicht machen sollte. Erstens übernachten wir nicht oft auf Campingplätzen, wollen aber trotzdem nicht schon von 2km Entfernung durch einen unangenehmen Duft auf uns aufmerksam machen. Zweitens erlaubt uns unser «Nobody» mit seiner Nasszelle allen Komfort. Durch das Herausheben der Bodenplatte, haben wir eine richtige Duschwanne und dank Warmwasserboiler der Heizung sogar eine heisse Dusche – was wir an kalten Tagen besonders schätzen. Um die Aussendusche sind wir auch froh, denn nur wenige Wohnmobile haben eine solche. Bei uns ist es eine Art Kombination: wir können unsere Indoorduschbrause einfach durchs Badfenster hängen und haben somit ganz einfach eine Outdoordusche. Dabei geht es nicht nur darum, ausserhalb des Fahrzeugs duschen zu können, sondern auch, schmutzige Schuhe oder Campingutensilien abduschen zu können, bevor diese zurück in den Camper kommen – was natürlich sehr praktisch ist.

Aber aufgepasst: Das Duschen im Wohnmobil ist ein echter Wasserschlucker. Man sollte wirklich nur kurz duschen und nur so oft, wie es wirklich nötig ist.

Pam am Duschen mit der Aussendsuche Bild: zvg

Waschen und Abspülen

Wir haben sowohl in der “Küche” als auch im “Bad” je ein Lavabo. Natürlich sind auch diese beiden ans Wassersystem angeschlossen und werden über unsere Wasserpumpe mit Frischwasser versorgt. Das Abwasser landet ebenfalls im Grauwassertank. Wie wir bereits in der letzten Folge verraten haben, besitzen wir nur das Nötigste an Geschirr. So fällt der Abwasch in der Küche “recht” einfach. Und wenn man die benutzten Teller und Tassen jeweils direkt abspült hat man auch immer eine saubere Küche.

Natürlich ist nicht auch noch Platz für eine Waschmaschine im Van. Daher waschen wir bei längeren Reisen auch unsere Wäsche im Waschbecken im Bad. Hier sollte man wenn möglich natürliches Waschmittel benutzen, da man so der Umwelt wenigstens einen kleinen Gefallen macht. Danach trocknen wir die Kleidung mithilfe einer Wäscheleine – je nach Wetter entweder draussen oder drinnen.

Blick ins Bad mit Waschbecken Bild: zvg
Angi beim Abspülen in der Küche Bild: zvg

Lebensnotwendig: Trinkwasser!

Das Wichtigste kommt zum Schluss: das Trinkwasser. Dank der Grösse unseres Wassertanks haben wir neben den oben genannten Nutzen natürlich auch die Möglichkeit das Wasser zu trinken. So müssen wir keine Plastikflaschen mit Wasser kaufen, sondern befüllen einfach unsere Trinkflaschen immer wieder – mit Hahnenwasser direkt aus der Leitung. Um Algenbildung und der Bakterienbekämpfung vorzusorgen haben wir uns für einen Silber-Ionen-Filter entschieden. Diesen legt man einfach in den Wassertank und füllt den Tank immer mit Wasser auf. Achtung: dabei handelt es nicht um einen Schmutzwasserfilter! Man muss trotzdem Wasser mit Trinkwasserqualität auffüllen. Allerdings sorgt der Filter auch dafür, dass sich die Wasserqualität im Tank nicht verändert – falls das Wasser mal lange stehen sollte. Der Filter hält etwa 1 Jahr, dann muss man ihn auswechseln.

Wir raten auch hier deutlich von chemischen oder synthetischen Mitteln ab, da man das Wasser ja trinkt und man diese Stoffe nicht unbedingt dem Körper zusetzen sollte.

Angi beim Checken der verschiedenen Füllstände Bild: zvg
Angela Ruoss und Philip Michael, March24 und Höfe24