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Sport
28.07.2021
28.07.2021 11:04 Uhr

Hüberli/Betschart holen sich Gruppensieg

Nina Betschart (links) und Tanja Hüberli gewannen beide Vorrundenspiele und ziehen als Gruppensiegerinnen in die K.o.-Phase ein
Nina Betschart (links) und Tanja Hüberli gewannen beide Vorrundenspiele und ziehen als Gruppensiegerinnen in die K.o.-Phase ein Bild: KEYSTONE/AP/Felipe Dana
Mit einem Zittersieg über die zähen Japanerinnen Ishii/Murakami haben Tanja Hüberli und Nina Betschart an den Olympischen Spielen in Tokio das erste grosse Zwischenziel erreicht: Sie stehen als Gruppensiegerinnen im Achtelfinal.

Es war allerdings ein ganz hartes Stück Arbeit, bis die japanischen Aussenseiterinnen mit 14:21, 21:19 und 15:12 nach 59 Minuten niedergerungen waren. Ishii/Murakami wurden ihrem Ruf als kampfstarkes Duo gerecht, das die körperlichen Nachteile (nur 173 cm bzw. 165 cm gross) mit nie erlahmendem Einsatz wettzumachen versteht.

Die Schweizerinnen erwischten bei kniffligen Windverhältnissen einen Wackelstart, begingen ungewohnt viele Angriffs- und Servicefehler. Sogar wenn sie blockfrei angreifen konnten, was ungewohnt häufig vorkam, brauchten die Favoritinnen oft mehrere Anläufe, um die Bälle in den Sand zu setzen, da diese an der japanischen «Gummiwand» immer wieder abprallten.

«Es war ähnlich wie im ersten Spiel. Wir hatten wieder eine sehr hohe Fehlerquote und haben praktisch keinen Service gebracht», analysierte Tanja Hüberli. «In Gstaad war das ja eine sehr gute Waffe von uns. Hier sind wir einfach nicht ins Spiel reingekommen. Und so ist es natürlich auch schwierig, nach dem zehnten Servicefehler hinzustehen und zu sagen, den nächsten treff ich jetzt.»

Nina Betschart ergänzte: «Wir sind kaum zu Punkten aus der Block-Verteidigung heraus gekommen. Aber sie haben auch sehr gut serviert.» Dazu kam, dass Hüberli gegen die unberechenbaren Japanerinnen während der ganzen Partie keinen Zugriff am Block fand und in dieser Sparte nicht einen einzigen Punkt buchen konnte.

Balance- und Geduldsakt

«Ich hätte nach dem ersten Satz am liebsten das Netz abgebaut, so hässig bin ich gewesen», konnte Tanja Hüberli im Nachhinein lachen. «Gleichzeitig aber mussten wir ruhig bleiben und nicht ‹überpacen›. Mental war auch dieses Spiel wiederum eine grosse Herausforderung.» Bei einer Niederlage hätte der dritte Gruppenrang und möglicherweise ein Stechen um die Achtelfinal-Qualifikation gedroht. Mit der richtigen Mischung aus Geduld und Wut im Bauch gelang der Balanceakt aber doch noch.

Die Wettkampfpause von drei vollen Tagen – das tschechische Duo Hermannova/Slukova konnte coronabedingt nicht antreten – erwies sich offenbar als nicht ideal, um rechtzeitig auf die K.o.-Phase hin in den olympischen Rhythmus zu kommen. 

Umso schöner, dass die beiden Olympianeulinge mit dem Einzug in die K.o.-Phase ein erstes grosses Zwischenziel erreicht haben. Als Gruppensiegerinnen haben sie sich für die Achtelfinals (Sonntag oder Montag) zudem einen Setzvorteil verschafft, ist doch damit die Chance erhöht, auf einen der vier Gruppendritten zu treffen.

Die Achtelfinal-Qualifikation bereits am Vortag gesichert haben sich Joana Heidrich/Anouk Vergé-Dépré. Die Europameisterinnen spielen morgen Donnerstag zum Abschluss der Vorrunde gegen die kanadischen Weltmeisterinnen Sarah Pavan/Melissa Humana-Paredes um den Gruppensieg. Die Achtelfinals finden frühestens am Sonntag statt.

Andreas Eisenring, March24 und Höfe24