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Region
28.07.2021
26.07.2021 14:18 Uhr

Entlang der Ausserschwyzer Grenze: Viel Schnauf und traumhaftes Panorama

Bild: Johanna Mächler
In unserer Sommerserie bewältigen wir die Ausserschwyzer Grenze mit den unterschiedlichsten Fortbewegungsmitteln. Die dritte Etappe führte zu Fuss vom Hüttnersee zum St. Meinrad.

Zu Fuss der Grenze nach – vergiss es. Vom Hüttnersee gelangt man irgendwie der über Seelistrasse und Berglistrasse zur Kantonsgrenze und weiter zur Scheerenbrugg, wo man wenigstens mal die Sihl überqueren kann. Denn beim Kraftwerk des EW Höfe – auf der Höhe des Bergli – das an der Kantonsgrenze liegt, gibt es keinen Übergang über den Fluss.  

  • Die Scheerenbrugg Bild: Hans-Ruedi Rüegsegger
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  • Beim Kraftwerk gibt es keinen Übergang. Bild: Hans-Ruedi Rüegsegger
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Nach dem Überqueren der imposanten Scheerenbrugg geht es durch den Wald aufwärts, unterhalb der Sennrüti vorbei, um dann dem Weg Richtung Oerischwand – auf Zürcher Boden – zu folgen. Der Grenzverlauf ist – einmal mehr «fadegrad obsi».

Diese Häusergruppe steht hart an der Kantonsgrenze. Bild: Hans-Ruedi Rüegsegger

Der Grenze zu folgen wäre nicht nur anstrengender, wohl hätten auch die Bauern keine Freude am «Touristen». Auch so sind aber die Höhenmeter zu überwinden. Im Gruobi auf dem Rossberg schalte ich eine kurze Rast ein und entdecke einen Grenzstein – ziemlich in Schieflage – mit Schwyzer und Zürcher Wappen.

Unbestritten ist der Rossberg ein Glanzpunkt für Ausflügler, Wanderer und Biker. Natürlich liegt das massgebend am Restaurant mit der Terrasse, wo die Aussicht über den Zürichsee grandios ist.

Die Aussicht vom Rossberg ist atemberaubend. Bild: Johanna Mächler

Von dort nahm ich den gut markierten Wanderweg in Richtung Dreiländerstein in Angriff. Anfänglich öffnet sich ein wahres Fernpanorama, vorbei am letzten Feldschiessstand und an einer Gruebi. Dann geht’s in den Wald. Da muss man dann schon ein wenig Schnaufen, sind doch rund 200 Höhenmeter zu überwinden, ehe man die Ecke Schwyz, Zürich und Zug auf 1186 Metern erreicht.

Die Wanderung geht nahe am Zuger Kantonsgebiet durch. Bild: Johanna Mächler

Auch der folgende Weg verläuft im Wald, was im Sommer sehr angenehm ist. So sind trotz der Mittagszeit etliche weitere Wanderer und Biker anzutreffen. Wegen des Schattens wähle ich den Weg in Richtung Tomisloch und gehe bald auf guter Waldstrasse meinem Ziel entgegen.

Unterwegs höre ich unüblich starke Knackgeräusche aus dem Wald. Ob da Wild auftaucht? Es sind ­Andreas und Annerös Frei aus Wädenswil, die sich im Wald verfahren haben und nun ihr Bike einen steilen Hang ­hochschleppen.

Andreas und Annerös Frei aus Wädenswil. Bild: Johanna Mächler

Sie trainieren für eine Rhonefahrt, die sie in Kürze durchs Wallis und bis nach Marseille antreten wollen. In ihrem www.schrittfuerschritt.blog berichten sie von weiteren Abenteuern zu Fuss oder mit dem Bike.

Weiter geht’s durch luftig-warme, sattgrüne Wälder mit Pflanzen aller Art am Wegrand. Bei Chimsen biege ich ziemlich steil ab nach Biberbrugg, wo sich bereits ein schöner Ausblick auf Schwyzerbrugg und auf das angrenzende Hochmoor öffnet.

  • Nach dem Abzweiger Chimsen... Bild: Johanna Mächler
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  • ...folgt der Ausblick auf Schwyzerbrugg. Bild: Johanna Mächler
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Auch dort ist ein schöner Waldpfad, wo man trittsicher gehen kann. Stöcke sind aber – auf den ganzen Weg gesehen – zu empfehlen.

Schliesslich erreiche ich Schwyzerbrugg und dann Biberbrugg. Ich weiss nun: Das Rossberg-Höhronen-Gebiet hat eine Fülle an Wanderwegen, viele mit fantastischer Aussicht.

Doch noch ist die anstrengende Etappe nicht geschafft. Von Biberbrugg zum Etzelpass – der wohl naheliegendste Weg führt durch die Schwantenau und über die Teufelsbrücke.

Ein Hauch von Nationalpark im Schwantenauwald. Bild: Hans-Ruedi Rüegsegger

Nur: Da kann man nicht mehr von «Grenzwanderung» sprechen. So überquert der Wanderer die Alp und folgt dem Gewässer –das immerhin die Grenze Feusisberg-Einsiedeln bildet – bis Dreiwässern. Etwas oberhalb müsste dann die Sihl überquert werden.

Das lasse ich bleiben und setze meine Wanderung im Büel oberhalb Schindellegi fort – liegt zwar auch nicht an der Ausserschwyzer Grenze, bietet aber einen schönen Wanderweg mit traumhaften Aussichten, sei das mit Blick zurück Richtung Zürichsee oder später zum Sihlsee und den Ybriger Bergen.

Anfänglich ist der Weg steil, aber so gewinnt man Höhe. Durch die Änzen­au und vorbei an einem Gruobi gelange ich zum Punkt 999 – und zur Gemeindegrenze.

Dann geht es zum Etzel Kulm – wo dann ab 1. August wieder eingekehrt werden kann.

  • Der Ausserschwyzer Grenze nach geht es aufwärts zum Etzel-Kulm. Bild: Hans-Ruedi Rüegsegger
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  • Der Etzel-Kulm bietet eine fantastische Aussicht. Bild: Franz Feldmann
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Ein Schluck aus der Wasserflasche – und dann geht es steil abwärts zum St. Meinrad.

  • Runter geht's in Richtung St. Meinrad. Bild: Franz Feldmann
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  • Dort endet beim Gasthaus St. Meinrad die 3. Etappe. Bild: zvg
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Weitere Impressionen der 3. Etappe:

 

Entlang der Grenze in neun Etappen

In diesem Sommer absolvierten March24 und Höfe24 die knapp 100 Kilometer lange Grenze der Region Ausserschwyz. Das Resultat unserer Wanderungen, Gleitschirmflüge, Inline- und Biketouren wird in neun verschiedenen Etappen präsentiert. Stay tuned!

Johanna Mächler, Hans-Ruedi Rüegsegger und Lars Morger, Redaktion March24 & Höfe24