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08.07.2021
08.07.2021 13:34 Uhr

Hat der Kanton genügend Ressourcen zur Bekämpfung der Internetkriminalität?

Bild: pixabay/zvg
Am 31. März hat Kantonsrat Dr. Guy Tomaschett eine Interpellation zum Thema Internetkriminalität eingereicht.

SP-Kantonsrat Guy Tomaschett: «Mit Medienmitteilung vom 25. März veröffentlichte die Kantonspolizei Schwyz ihre Jahresstatistik 2020. Erfreulicherweise zählt der Kanton Schwyz weiterhin zu den drei sichersten Kantonen der Schweiz. Ebenfalls erfreulich ist der Rückgang bei einigen Deliktkategorien, u. a. Diebstahl, sexuelle Integrität oder Gewalt und Drohungen gegen Beamte. Es gibt aber auch Verschlechterungen. So nahm die Zahl der Verkehrstoten von 6 auf 10 zu und es wurden deutlich mehr Fussgängerinnen und Fussgänger verletzt. Besonders markant nahm Cybercrime zu, von 420 auf 520. Der Polizeikommandant wird hierzu wie folgt zitiert: «Die Delinquenz verlagert sich in rasantem Tempo ins Netz. Wir müssen hier über einen erneuten Ressourcenausbau sprechen, wenn wir weiterhin Schritt halten wollen.»

Vom Regierungsrat wolle Tomaschett wissen, wie stark der Bereich Cybercrime personell aufgestockt werden muss, «um mit der zunehmenden Delinquenz Schritt halten zu können», für wann eine solche Aufstockung geplant sei und welche Massnahmen dazu beitragen könnten, die Zahl der Verkehrstoten und der verletzten Radfahrerinnen und Radfahrer sowie Fussgängerinnen und Fussgänger wieder zu senken. Zudem stellte der SP-Kantonsrat die Frage, warum im 2020 7 Prozent weniger Fahrzeuge auf zu hohe Geschwindigkeit kontrolliert wurden und will wissen, ob die Kantonspolizei genügend personelle Ressourcen für die Kontroll- und Präventionstätigkeit im Strassenverkehr hat.

Prävention soll wichtiger werden, Personal aufgestockt werden

In seiner Antwort hält der Regierungsrat fest: «Die Internetkriminalität bewegt sich in einem hoch dynamischen Umfeld und die Fallzahlen steigen rasant an. Im Jahr 2020 gingen bei der Kantonspolizei Schwyz 314 Anzeigen wegen Cyberdelikten ein, was insgesamt 520 Delikte zur Folge hatte. Im ersten Quartal 2021 nahm die Kantonspolizei Schwyz bereits 144 Anzeigen entgegen.» Nicht nur die Zunahme der Anzeigen spiele eine Rolle, sondern auch die Komplexität der Ermittlungshandlungen. «Durch das teilweise sehr professionelle Vorgehen der Täterschaft werden die Ermittlungen stetig aufwendiger und haben in aller Regel nationale und internationale Bezüge. Dies wiederum hat zur Folge, dass ressourcenintensiv, interdisziplinär und über die Kantonsgrenzen hinaus zusammengearbeitet werden muss.»

In der Bekämpfung der Internetkriminalität werde der Prävention deshalb künftig eine wichtige Rolle zukommen. «Es geht darum, die Bevölkerung zielgerichtet, zeitnah, aktuell und in geeigneter Form für die unzähligen, sich rasch ändernden Cyberphänomene zu sensibilisieren und zu schützen.» So seien verschiedene Aktionen und Anlässe geplant. «Die zurzeit dem Fachbereich Cyber-Crime zur Verfügung stehenden personellen Mittel (aktuell drei Stellen) lassen ein schnelles Erledigen der Geschäfte kaum mehr zu.» Mit anderen Worten: Um der Internetkriminalität weiterhin mit der nötigen Aufmerksamkeit und Professionalität begegnen zu können, sei eine personelle Aufstockung unumgänglich. «Mit zusätzlichen 200 Stellenprozenten könnte die polizeiliche Grundversorgung gestärkt werden, indem z. B. komplexe Anzeigen direkt durch einen Spezialisten entgegengenommen würden.» Sämtliche Fälle der Internetkriminalität im engeren Sinne könnten kompetent und zeitnah bearbeitet werden. Zudem würde eine Aufstockung die wichtige Präventionsarbeit fachlich wie auch personell unterstützen.

Der Regierungsrat habe das Anliegen aufgenommen und die beantragte Aufstockung der personellen Ressourcen im Bereich Cybercrime um zwei Stellen per 1. Januar 2022 gutgeheissen. Es ist geplant, die entsprechenden Stellen im Spätsommer auszuschreiben und per 1. Januar 2022 zu besetzen.

Redaktion March24 und Höfe24