Home Region Sport Agenda In-/Ausland Magazin
Region
24.06.2021
27.06.2021 16:52 Uhr

Honorata Züger darf nicht an die Frauensession

Vor zwei Jahren wollte Honorata Züger in den Ständerat. Ihren Wahlkampf führte sie im Vorfeld in Altendorf, hier bei einem Treffen mit Gemeindepräsident Beat Keller.
Vor zwei Jahren wollte Honorata Züger in den Ständerat. Ihren Wahlkampf führte sie im Vorfeld in Altendorf, hier bei einem Treffen mit Gemeindepräsident Beat Keller. Bild: Anouk Arbenz
Die Stimmen sind ausgezählt. Auch Schwyzerinnen haben für die Frauensession in Bundesbern kandidiert. Für die Altendörflerin Honorata Züger hat es nicht gereicht.

Ende Oktober werden ausschliesslich Frauen in Bundesbern den Ton angeben: Am 29. und 30. Oktober nehmen 246 Frauen aus allen Regionen der Schweiz im Nationalratssaal Platz. Über 1400 haben für die diesjährige Frauensession kandidiert. Mitmachen wollte auch die Altendörflerin Honorata Züger. «Leider hat es dieses Mal für die Wahl nicht gereicht.» Per E-Mail wurden die besagten Schwyzerinnen von den Organisatoren der Frauensession über die Resultate informiert. Zum Wählen registriert hatten sich im Vorfeld rund 12 000 Frauen.

Darum wollte Züger ins Bundeshaus

2019 kandidierte Honorata Züger aus dem polnischen Markowice als erste Auslandschweizerin im Kanton Schwyz für den Ständerat. «Es war ein Novum und mein erster Schritt in der Schweizer Politik. Ich hoffe, dass meine politische Tätigkeit von den Schweizerinnen und Schweizern geschätzt wird. Eine erneute Kandidatur kommt in Frage. Damit möchte ich anderen Schwyzerinnen mit gutem Beispiel vorangehen, sie motivieren und auch ermutigen», erklärt Züger.

«Ich setze mich für die Gleichstellung von Frau und Mann im Alltag, im Beruf und in der Politik ein.»
Honorata Züger

Honorata Züger ist Mitglied des Frauennetzes des Kantons Schwyz. «Das Wohl, die seelische Kraft und die Freiheit des Schweizer Volkes liegen mir am Herzen. Ich bin gegen einen EU-Beitritt. Ich setze mich für die Gleichstellung von Frau und Mann im Alltag, im Beruf und in der Politik ein.»

Als Lehrperson sei sie mit der freien Bildungswahl einverstanden. «Alle Kinder und Jugendlichen sollten auf jeder Schulstufe autonom mit ihren Stärken und Fähigkeiten gefördert werden.» In der Schweiz brauche es eine reine Frauensession, um die Frauen zu einem «Politikleben» zu ermuntern. «Den Schweizerinnen wurde jahrhundertelang beigebracht, dass sie eher als Ehefrauen, Mütter, Schwestern, Töchter, Betreuerinnen oder Hausfrauen zu Hause bleiben sollten. Das ist aber ungerecht und nicht demokratisch.» Die Frauen hätten ihr Selbstbestimmungsrecht. «Die Frauensession ist eine Krönung der Würde der Frauen auf Bundesebene», betont Züger.

Petra Imsand, Bote der Urschweiz