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Siebnen
20.05.2021
20.05.2021 08:45 Uhr

Zürcher Firma bricht in Nacht- und Nebelaktion drei Häuser in Siebnen ab

Ratzfatz abgebrochen: Gleichzeitig sind die drei Häuser Adlerstrasse 13, 15 und 21 in Siebnen abgebrochen worden, obwohl noch keine Bewilligung dafür vorliegt.
Ratzfatz abgebrochen: Gleichzeitig sind die drei Häuser Adlerstrasse 13, 15 und 21 in Siebnen abgebrochen worden, obwohl noch keine Bewilligung dafür vorliegt. Bild: Franz Feldmann
Obwohl die Bewilligung fehlt, wurden drei Altliegenschaften an der Adlerstrasse dem Erdboden gleich gemacht.

Etwas in die Jahre gekommen, aber stattlich standen die drei Bürgerhäuser 13, 15 und 21 an der Adlerstrasse in Siebnen. Jetzt sind sie dem Erdboden gleich gemacht. Das ist nichts Neues in unserer Region, aber diesmal erstaunt das dreiste Vorgehen der Bauherrschaft. Der Abbruch erfolgte nämlich, obwohl noch keine Bewilligung vorlag und Abklärungen bezüglich der Schutzwürdigkeit der drei Häuser gemacht werden. «Diese Abklärungen durch die kantonale Denkmalpflege sind noch im Gange, weshalb die Bewilligung noch nicht ausgesprochen worden ist», sagt die Schübelbachner Baupräsidentin Valeria Geissbühler.

Der Abbruch erfolgte in einer eigentlichen Nacht- und Nebelaktion, so dass die Bewilligungsbehörde – die Gemeinde Schübelbach – buchstäblich überrannt wurde. Mit den Arbeiten wurde in den frühen Morgenstunden des Freitags zwischen dem Auffahrts-Feiertag und dem nachfolgenden Wochenende begonnen, an einem Tag also, an dem vielerorts – auch bei der Gemeindeverwaltung Schübelbach – ein «Brüggli-Tag» eingeschaltet wurde. Und bei allen drei Häusern erfolgte der Abbruch gleichzeitig.

«Hätten wir einen sofortigen Baustopp verhängt, so wäre wohl monatelang Bauschutt herumgelegen.»
Valeria Geissbühler, Baupräsidentin Schübelbach

Kein Baustopp, aber Strafanzeige

Die Gemeinde Schübelbach hatte nicht einmal mehr die Chance, mittels eines sofortigen Baustopps die Häuser noch zu retten. «Wir haben erst am Montagmorgen vom Abbruch Kenntnis erhalten. Hätten wir sofort einen Baustopp verhängt, so wären wohl monatelang Ruinen dagestanden und Bauschutt herumgelegen», sagt Baupräsidentin Geissbühler weiter.

Aber dulden wird die Gemeinde das Vorgehen der Bauherrschaft – die WG Immobilien Invest AG aus Wetzikon – auf keinen Fall. «Wir prüfen nun die Rechtslage und werden mit Sicherheit Strafanzeige bei der Staatsanwaltschaft einreichen», bestätigt Geissbühler. Anstelle der drei Häuser sollte eine Überbauung mit 21 Wohnungen entstehen, die nach Angaben der Bauherrschaft alle verkauft sind.

Gemäss «provisorischem Bauprogramm» sollte der Baustart im Winter/Frühling 2021 vorgenommen werden, der Bezug soll im Frühling 2022 erfolgen. Daraus dürfte wohl vorläufig nichts werden, denn neben dem baurechtlichen Verfahren kommt nun auch noch ein strafrechtliches Verfahren auf die Bauherrschaft zu.

Stefan Grüter, Redaktion March24 & Höfe24