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Kanton
26.03.2021

Engpässen jetzt schon zuvorkommen

SP-Kantonsrat Antoine Chaix: «Es gibt keine zweite, dritte oder vierte Welle, sondern nur ein künstlich gesenktes Infektionsniveau.»
SP-Kantonsrat Antoine Chaix: «Es gibt keine zweite, dritte oder vierte Welle, sondern nur ein künstlich gesenktes Infektionsniveau.» Bild: PD
SP-Kantonsrat Antoine Chaix fordert die Regierung auf, die Behandlungskapazitäten zu erhöhen.

An politischen Vorstössen mangelt es zu Coronazeiten bekanntlich nicht. Eine besondere Stellung darf SP-Kantonsrat Antoine Chaix aus Einsiedeln zugeordnet werden. Als Arzt mit Drittwelterfahrung fällt er durch Fachwissen und Ideen auf. Dies trifft auch auf ein Postulat zu, das er eben eingereicht hat. Dabei fragt er nach der «kurz- bis mittelfristigen Erhöhung der Behandlungskapazitäten in den stationären Einrichtungen bei andauernder Epidemiesituation».

«Angestrebtes Ziel ist nicht realistisch»

So stellt Chaix fest, dass die Palette der Massnahmen praktisch unverändert geblieben sei. Wobei die Folgen stets extremer würden, ohne dass eine Kontrolle der Epidemie erreicht werde. Das erstaunt den Arzt wenig, weil «das angestrebte Ziel schlicht nicht realistisch ist». Zwar wirke das gesamte Massnahmenpaket, wie an der fehlenden Grippewelle ersichtlich sei. Wie viel aber durch einfache Massnahmen wie Händehygiene, Abstandhalten oder Zuhausebleiben und wie viel durch drastischeMassnahmen wie dem Lockdown erreicht werde, könne unmöglich genau gesagt werden. «Und trotzdem ist der Virus noch da und wird es noch lange bleiben», folgert Chaix. Und zwar auch mit einer noch härteren Gangart, wie der Blick auf die Nachbarländer zeige. Der Virus sei bereits jetzt endemisch, was es zu akzeptieren gelte, und daran werde zumindest in näherer Zukunft auch die Impfung nichts ändern.

Der Mediziner Antoine Chaix ist gegen jede Corona-Alarmitis: «Covid wird uns noch lange begleiten und wir müssen leider lernen, mit diesem Erreger zu leben.» Bild: zvg

Erst wenn diese unangenehme Tatsache akzeptiert werde, könne eine Rückkehr zu einem ausgeglichenen und nicht so krankmachenden Leben erfolgen. Dabei müsse aber der mögliche Anstieg von covidbedingten Krankheits- und Todesfällen eingedämmt werden. Es müssten demnach die Vulnerablen geschützt werden, so Chaix, was mit der Impfung einfacher machbar sein sollte, und die Erkrankten müssten behandelt werden können.

Frustrationen im Kanton Schwyz

Deshalb folgert Antoine Chaix: Statt mit einem unvorstellbaren Aufwand den Wiederanstieg auf ein ‹natürlicheres› Niveau an Krankheitsfällen zu verhindern, sollte man fähig sein, dieses Niveau verantwortungsvoll zu bewältigen. Kantonsrat Chaix fordert den Regierungsrat auf, Wege aufzuzeigen, wie Pflegeheim- und Spitalkapazitäten mit kantonalen Massnahmen erhöht werden könnten. Er denkt dabei an die Unterstützung von Pflegeheimen, der Aufwertung von IMC-Plätzen oder noch besserer innerkantonaler Zusammenarbeit der Spitäler. Aber auch kantonsübergreifende Vorschläge wie die ausserkantonale Zusammenarbeit mit Reha-Kliniken, das Angehen des Pflegenotstands, flexiblere Anforderungen fürs IPS-Personal oder eine angepasste Zusatzausbildung für Pflegende sieht Antoine Chaix als Lösungsansätze.

Chaix stört sich daran, dass die bisherige Strategie einzig und allein in der Hand der Bundesexekutive liegt. Das führe auf kantonaler Ebene zu Frustrationen. Dies sei im Kanton Schwyz besonders ausgeprägt, da sowohl Exekutive als auch die Mehrheit des Kantonsrats sich um einen weniger restriktiven Kurs bemühten. Dies erscheint Chaix auch legitim, da es eher der allgemeinen Haltung der Bevölkerung zu entsprechen scheine.

Andreas Knobel, Redaktion March24 und Höfe24