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14.12.2020
14.12.2020 09:15 Uhr

Bananen in der Migros – ein kleines Wunder

Max-Havelaar-Bananen der Migros. (Bild: Max Havelaar)
Max-Havelaar-Bananen der Migros. (Bild: Max Havelaar) Bild: Max Havelaar
Eine Kolumne von Redaktorin Nicole Dürst.

In diesem Jahr richtet sich die Aufmerksamkeit auf andere. Nicht nur auf das Pflegepersonal oder die Detailangestellten. Nein, auch WC-Papier wurde plötzlich äusserst begehrt, so dass die Hamsterkäufe gar die Regale leer fegten. Warum eigentlich?

Die neuste Sendung «Einstein» geht dieser Frage nach. Schweizer Marktforscher sehen WC-Papier als schwer erhältliches Gut an. WC-Papier nimmt nämlich im Lager sehr viel Platz ein bei zugleich tiefer Gewinnmarge. Die Lagerung auf Reserve ist folglich nicht attraktiv, bestellt wird just in time. Doch bis ein Produkt nach der Bestellung in den Regalen steht, muss dieses einen langen Weg zurücklegen.

So beispielsweise auch Bananen aus Ecuador. Die unreifen Bananen gelangen von Lieferanten und Zwischenhändlern auf ihrer wochenlangen Reise im Frachter übers Meer und im Lastwagen zu uns. Oder sollten sie zumindest. Doch wenn in dieser Kette eine Station ausfällt, dann entsteht ein Unterbruch. Dies kann selbst bei der Ernte passieren, wenn die Plantagearbeiter coronabedingt in Quarantäne müssen.

Ein weiterer Grund lässt sich durch den Domino-Effekt erklären. Im global vernetzten Handelssystem sind nicht nur die Händler voneinander abhängig, sondern auch einzelne Länder. Das heisst, wenn die Grenzen zwischen China und Indien schliessen, dann ist der In- und Export unterbrochen. Dies ist insbesondere bei Medikamenten-Lieferungen problematisch und kann schliesslich bei Schweizer Patienten schwere Konsequenzen mit sich bringen.

Eine gewaltige Logistik steckt hinter jedem Produkt, bis dieses im Regal steht. Beim nächsten Mal, wenn ich in der Migros Bananen einkaufe, werde ich mich daran erinnern und mich über dieses kleine Wunder freuen.

Nicole Dürst, Redaktion March24 & Höfe24