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28.06.2022

Rückblick auf die speziellsten Geschäftsjahre in der Geschichte der ZSG

Bild: pp
Die Zürichsee Schifffahrtsgesellschaft (ZSG) blickt an ihrer Generalversammlung auf zwei schwierige Geschäftsjahre zurück. Sorge bereitet dem ZSG-Direktor die aktuelle Personalsituation. Es gelte nun, Engpässe zu beseitigen und neues nautisches Personal auszubilden.

288 Aktionärinnen und Aktionäre fanden am Montag den Weg ins Zürcher Kongresshaus zur 131. Generalversammlung der Zürichsee Schifffahrtsgesellschaft (ZSG). Sie genehmigten den Geschäftsbericht und bestätigten den Verwaltungsrat in seinem Amt.

Verwaltungsratspräsident Peter Weber blickte zurück: «2020 und 2021 waren die speziellsten Geschäftsjahre in der Geschichte unseres Unternehmens», sagte er im Hinblick auf die Corona-Pandemie und die damit verbundenen Einschränkungen. Bis Ende Mai 2021 musste die Zürichsee-Flotte ohne Gastronomie verkehren, zudem wurde auf die Fahrplanverdichtung im Juli und August verzichtet. «Und kaum waren die Bordrestaurants wieder geöffnet, kam der Regen», so Weber. 

30 Prozent weniger Passagiere

Der schöne Spätsommer, der milde Herbst und die Wiederaufnahme der Erlebnisschiffe haben jedoch für eine Entspannung der Fahrgastzahlen gesorgt. Insgesamt genossen im vergangenen Jahr 1,1 Millionen Passagiere eine Schifffahrt auf dem Zürichsee – rund 50 Prozent mehr als 2020, jedoch immer noch 30 Prozent weniger als in den Rekordjahren 2018 und 2019.

Starke Umsatz-Einbussen musste auch die Zürichsee-Gastro hinnehmen: Der Gastronomie-Pächter der ZSG verzeichnete 2021 ein Minus von über 50 Prozent gegenüber den Vor-Corona-Jahren. Peter Weber führte an, dass die ZSG durch den Einbruch der Einnahmen zwar empfindliche Verluste zu verzeichnen, der Schifffahrtsbetrieb jedoch dank der öffentlichen Hand habe erhalten werden können.

Bislang erfreuliche Zahlen im laufenden Jahr

ZSG-Direktor Roman Knecht gab einen Ausblick auf das laufende Jahr, das sich in puncto Passagierzahlen bisher erfreulich entwickelt hat. Bis 31. Mai verzeichnete die ZSG ein Fahrgast-Plus von zwölf Prozent gegenüber dem Vorjahr. «Mit der zunehmenden Lockerung der Corona-Massnahmen sind die Passagiere wieder auf unsere Schiffe zurückgekehrt. Das ist nicht nur sehr erfreulich, sondern hat uns auch wieder die Sinnhaftigkeit unserer Arbeit vor Augen geführt», so Knecht. 

Mitarbeiterzufriedenheit steigern und mehr Ferien

Sorge bereitet dem ZSG-Direktor die aktuelle Personalsituation: Während der Pandemie hätten sich viele Mitarbeitende Gedanken über ihre berufliche Zukunft gemacht. Lange und unregelmässige Arbeitszeiten sowie Wochenenddienste seien in der heutigen Zeit nicht mehr attraktiv. 

Dies habe zu einer sinkenden Mitarbeiterzufriedenheit und einer Personalfluktuation von rund 15 Prozent geführt. «Wir haben festgestellt, dass eine Attraktivitätssteigerung der Arbeit-gebermarke erforderlich ist und intensive Gespräche mit unseren Mitarbeitenden und Führungskräften geführt, um herauszufinden, was dem Personal wichtig ist.» Auf dieser Basis wurden verschiedene Massnahmen getroffen wie etwa die Verkleinerung der Geschäftsleitung und des Kaders. Darüber hinaus erhalten alle Mitarbeitenden ab 2023 sechs Wochen Ferien. «Unser Fokus liegt nun darauf, Personalengpässe zu beseitigen und nautische Fachkräfte auszubilden», schloss Knecht.

pd/March24&Höfe24