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Sport
15.05.2022

Ivo Ladde: «Wir sind die letzten Gladiatoren der Welt»

Road Racer müssen mental und körperlich topfit sein.
Road Racer müssen mental und körperlich topfit sein. Bild: zvg
Der Buttniker Ivo Ladde nimmt als Road Racer an den gefährlichsten Strassenrennen der Welt teil. Saisonhöhepunkt ist auch dieses Jahr der Manx Grand Prix auf der Isle of Man. Ein Rennen, an dem man nur auf Einladung teilnehmen darf und das als gefährlichstes der Welt gilt.

Vor einem Rennen werden die Road Racer, ihre Maschinen und die Sicherheitsausrüstung von den Organisatoren stets auf Herz und Nieren geprüft. Alle Beteiligten sind sich im Klaren darüber, dass das Ausüben dieses Sports mit mehr Risiken behaftet ist als andere Sportarten. Man kann mental rasch an seine Grenzen kommen in diesem Sport. «Wir sind die letzten Gladiatoren auf der Welt», sagt denn auch Ivo Ladde.

Ivo Ladde ist stolz auf den zweiten Platz, den er am Road-Racing-Rennen Cookstown 100 in Irland Ende April herausgefahren hat. «Seit den 80er-Jahren war kein Schweizer mehr auf einem solchen Podest.» Bild: zvg

1000er Superbike als Ziel

Seit 2018 fährt der 29-jährige Buttniker Töffrennen, deren Merkmal es ist, dass sie auf öffentlichen Strassen stattfinden – für den Individualverkehr sind diese dann gesperrt. «Wenn man mit weit über 250 km/h an einem Bushäuschen vorbeirast, ist das schon sehr speziell», hält Ivo Ladde fest. Im Kampf um die Plätze komme es auch mal vor, dass er mit der Schulter eine Hecke streife oder gar eine Mauer berühre. Auch Wurzeln von Bäumen, die bis in die Strasse reichen, gelte es im Auge zu behalten.

Die Strecke auf der Isle of Man – der Anlass gilt als das älteste, gefährlichste und umstrittenste Motorradrennen der Welt – ist über 60 Kilometer lang. Für das nächste Jahr peilt der Buttniker die Köngisklasse, die 1000er Superbike, an. Derzeit trainiert er dazu bereits auf einer entsprechenden BMW. «Das ist aber alles erst in Planung», so Ladde.

«Trotz Regen will niemand verlieren – auch bei über 200 km/h.»
Ivo Ladde, Road Racer au Buttikon

Ausloten, wo das Limit liegt

Auszuloten, wie weit er ans Limit gehen kann, ist für Ladde eine permanente Auseinandersetzung. Routine und Erfahrung sowie das Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten würden helfen, in jeder Situation die richtige Entscheidung zu treffen. «Junge Road Racer sind gefährdeter als ältere, weil sie kaum ein Limit kennen.»

Wenn es gegen Ende eines Rennens um die vorderen Ränge gehe, lote auch er seine Grenzen aus. «Da werden auch mal die Ellbogen ausgefahren und man bremst überall etwas später.» Besonders gefährlich werde es, wenn es nass ist. «Trotz Regen will niemand verlieren, auch bei über 200 km/h.» Die Strassenbeschaffenheit kann es auch mit sich bringen, dass die Road Racer bei hohen Tempi abheben.

Man muss sich einiges zutrauen, seine Grenzen kennen und gleichzeitig das Risiko richtig einschätzen, um als Road Racer erfolgreich zu sein. Bild: zvg

Am Auto-Bergrennen anzutreffen

In dieser Saison wird Ladde auch in Tschechien, Finnland, Deutschland und Belgien an den Start gehen. Das nächste Rennen findet am 21. und 22. Mai im tschechischen Horice statt. In der Schweiz wird er ebenfalls in Erscheinung treten, allerdings nicht an einem Töffrennen. Am Auto-Bergrennen von Hemberg darf er einen Show-Act präsentieren. «Ich werde mit einer 1000er-Maschine den Berg raufdonnern », stellt Ladde in Aussicht. Der Anlass im Toggenburg geht am Wochenende vom 11./12. Juni über die Bühne.

Daniel Koch, Redaktion March24 & Höfe24