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Reichenburg
06.05.2022
05.05.2022 17:36 Uhr

Absetzung des Kommandanten war einzige, mögliche Lösung

Die Wolken über der Feuerwehr Reichenburg verziehen sich: «Mit Roger Tschus wollen wir das Schiff in ruhigere Gewässer führen», so Urs Schönbächler vom kantonalen Amt für Militär, Feuer- und Zivilschutz.
Die Wolken über der Feuerwehr Reichenburg verziehen sich: «Mit Roger Tschus wollen wir das Schiff in ruhigere Gewässer führen», so Urs Schönbächler vom kantonalen Amt für Militär, Feuer- und Zivilschutz. Bild: Silvia Gisler
Nachdem es im Kader der Feuerwehr Reichenburg in den letzten Monaten regelrecht zu einem «Flächenbrand» kam, wurde per 1. Mai ein neuer Kommandant ad interim eingesetzt.

Fünf langjährige Offiziere traten aus der Feuerwehr aus. Einige davon, weil sie mit dem Führungsstil und Entscheidungen des Kommandanten nicht einverstanden waren.

Anfang dieses Jahres beschwerten sich auch Unteroffiziere über die Zustände in der Feuerwehr Reichenburg. Dies taten sie aber nicht bei der Gemeinde, sondern direkt beim kantonalen Feuerwehrinspektor Urs Schönbächler.

Nachdem dieser bereits Ende 2021 ein Auge auf die Feuerwehr warf, Gespräche mit den Beteiligten führte, schritt er erneut ein. Er sah im Zuge dieser Geschehnisse die Einsatzfähigkeit der Feuerwehr gefährdet.

«Situation schnell in den Griff bekommen»

Trotz zahlreichen Gesprächen mit allen Beteiligten erzielten Gemeinde und Inspektorat keine Lösung. Die Fronten waren verhärtet, der Kommandant uneinsichtig. «Nachdem wir von verschiedenen Seiten Rückmeldungen erhalten haben und eine Gesamtbetrachtung der Situation stattgefunden hat, ist der Gemeinderat zur Ansicht gekommen, dass fürs Kommando eine neue Lösung gefunden werden muss», erklärt Gemeindepräsident Armin Kistler.

Dies wurde Kaspar Hahn bereits vor dem offiziellen Gemeinderatsbeschluss von vergangener Woche mitgeteilt. Mittlerweile wurden auch Feuerwehrverein und Mannschaft in Kenntnis gesetzt.

Per 1.Mai wurde Leutnant Roger Tschus – einer der fünf zurückgetretenen Offiziere – zum Feuerwehrkommandanten ad interim gewählt. Mit seiner langjährigen Erfahrung und seiner integrierenden Art sei er genau der Richtige, ist Armin Kistler überzeugt. «Neben der Sicherstellung der Kommandoführung wird er zusammen mit den übrigen Kommandoangehörigen eine langfristige Kommandanten-Lösung erarbeiten und dem Gemeinderat zur Wahl vorschlagen», heisst es vonseiten der Gemeinde.

«Es geht um die Sicherheit der Feuerwehrleute»

Für Schönbächler ist die Absetzung des Kommandanten sehr speziell. Dies habe er in seiner Amtszeit auch noch nicht erlebt. Entsprechend sei er nicht wirklich glücklich darüber, dass man den Kommandanten so hart angehen musste.

Anders sah er aber keine Möglichkeit, die eingefahrenen Lager zu durchbrechen. «Wenn die Feuerwehr über zu wenig Kaderleute verfügt, ist die Führung und somit auch die Sicherheit der Feuerwehrleute nicht mehr gewährleistet. – Und das erste Gebot ist, dass ihnen bei einem Einsatz nichts passiert.»

Übernimmt am Ende der einst vorgesehene Nachfolger?

Bislang bleibt offen, ob die zurückgetretenen Offiziere definitiv zurückkommen. Einer meinte lediglich, dass sie in den nächsten Tagen zusammensitzen und sich darüber austauschen würden.

Die Chancen stünden gut, wenn dies gewünscht werde. Grundsätzlich seien sie ja alle gerne in der Feuerwehr gewesen, weiss auch Urs Schönbächler. Und wer weiss, vielleicht übernimmt am Ende doch der einst als Nachfolger vorgesehene – und dann vom Kommandanten für «ungeeignet » eingestufte – Ex-Vizekommandant das Ruder...

Silvia Gisler, Redaktion March24 & Höfe24