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Sport
23.04.2022
24.04.2022 16:26 Uhr

«Wir wollen innovative und qualitativ hochwertige Produkte herstellen»

Das Team von Gamux werkelt in einer Fabrikhalle in Nuolen.
Das Team von Gamux werkelt in einer Fabrikhalle in Nuolen. Bild: zvg Gamux
Das Start-up Gamux hat seinen Sitz in einer alten Fabrikhalle in Nuolen. Ein Team von Jung-Unternehmern stellt dort Mountainbikes her und geht mit einem Weltcup-Team an den Start.

Ursprünglich kommen die drei Unternehmer Pascal und Dominic Tinner sowie Romeo Cairoli aus dem Ski Alpin-Rennsport. «Pascal stand kurz vor dem Sprung in den Europacup, hatte dann aber mit Verletzungen zu kämpfen», sagt Dominic Tinner, Chief Marketing Officer des Start-ups Gamux.

Mittlerweile sei es 13 Jahre her, dass sie alle zum Mountainbike umgeschwenkt hätten. Seither sind sie mit ungebrochenem Enthusiasmus im Bike-Sport engagiert, stellen mittlerweile ihre eigenen Mountainbikes her. «Wir sind richtige Nerds, für uns ist das eine Passion », sagt Dominic.

Herausstechende Eigenschaften

Das zurzeit produzierte Downhill-Bike, das Sego, weist andere Eigenschaften auf, die herausstechen. Dominic erklärt, dass das Rahmendreieck an einem Stück aus einem Alu-Block gefräst werde. Das mache das Bike robust und gebe Stabilität, weil nichts geschweisst werden müsse.

Ein Alleinstellungsmerkmal des Bikes sei auch die Pinion Gear-Box. Da alle Gänge, sechs an der Zahl, im Gehäuse drin verbaut seien, würden die Gangwechsel viel zuverlässiger vonstatten gehen als bei herkömmlichen Lösungen. Im Rennmodus ein nicht zu unterschätzender Vorteil. Zudem werde so hinten auch die ungefederte Masse reduziert.

Das Start-up stellt Mountainbikes her. Bild: zvg Gamux

Auf den ökologischen Fussabdruck achten

Dass auf Aluminium als Werkstoff gesetzt wird, hat auch mit Ökologie zu tun. Bei Gamux will man auf den diesbezüglichen Fussabdruck Acht geben. «Karbon ist ein super Material, allerdings erschwert rezyklierbar.» 

Zu dieser Philosophie passt auch, dass Gamux selbst Strom produziert. Seit einem Jahr ist das Start-up am Tschachenhofweg in Nuolen in einem ehemaligen Industriegebäude eingemietet. «Die Eigentümer unserer Halle haben Freude, dass wir als junges Start-up wieder etwas herstellen in diesen Hallen hier.» So habe man auch sofort die Bewilligung für Solarzellen auf dem Dach erhalten.

Romeo Cairoli ist wie Pascal und Dominic um die 30 Jahre alt. Ursprünglich stammt er aus Gstaad, wohnt mittlerweile aber in Lachen. Als Chef-Rennmechaniker nimmt er eine Schlüsselrolle ein. Das Race-Team von Gamux, die Formel 1 des Radrennsports, wie Dominic es nennt, beschäftigt derzeit drei Schweizer Nachwuchsfahrer, die im Welt- und Europacup an den Start gehen.

Technikaffine Brüder: Dominik und Pascal Tinner (v.l.) Bild: zvg Gamux

Distribution von Teilen als weiteres Standbein

In Zukunft will Gamux in der Region innovative Bikes produzieren. Angedacht sind weitere Mountainbikes sowie ein E-Mountainbike. Sie sollen möglichst dort produziert werden, wo sie auch nachgefragt werden.

Als drittes Standbein fungiert die Distribution von Teilen. Für diverse Hersteller übernimmt das Start-up den Vertrieb in der Schweiz und beliefert Velo-Shops mit Komponenten. Für Öhlins führen die Nerds aus Nuolen als zertifiziertes Service Center zudem Federungsservices durch.

Und Gamux fungiert auch als nationaler Distributor für die Hayes Fahrradgruppe, einer der weltgrössten Fahrradteilehersteller. Im Web-Shop werden aber auch private Bike-Enthusiasten fündig – auch sie werden beliefert.

Chefmechaniker Romeo Cairoli. Bild: zvg Gamux
Daniel Koch, Redaktion March24 & Höfe24