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Kanton
11.04.2022

Kanton erhöht Energieanforderungen an Gebäude

Das revidierte Energiegesetz beinhaltet eine Anpassung an den Stand der Technik im Gebäudebereich .
Das revidierte Energiegesetz beinhaltet eine Anpassung an den Stand der Technik im Gebäudebereich . Bild: Ra Boe (Wikipedia, CC BY-SA 3.0 DE)
Das revidierte kantonale Energiegesetz und die Verordnung werden vom Regierungsrat am 1. Mai 2022 in Kraft gesetzt. Mit der Revision senkt der Kanton Schwyz den Energieverbrauch in den Gebäuden und stärkt den Zubau von erneuerbaren Energien.

Das aktuelle Energiegesetz stammt aus dem Jahr 2009 und entspricht nicht mehr dem heutigen Stand der Technik. Der Kantonsrat hat im Juni 2021 der Teilrevision des Gesetzes zugestimmt. Die Teilrevision des kantonalen Energiegesetzes beinhaltet eine Anpassung an den Stand der Technik im Gebäudebereich und an die Mustervorschriften der Kantone. Der Regierungsrat verfolgt den bisher eingeschlagenen Weg, den Energiebedarf von Gebäuden zu senken. Bei seinen eigenen Neubauten und Gesamterneuerungen wird der Kanton jeweils höhere Anforderungen zugrunde legen.

Neubauten werden zu Energieproduzenten

Neubauten müssen in Abhängigkeit von der Lage und der Sonneneinstrahlung am Standort einen Teil ihres Strombedarfs selber erzeugen. Wer den Strom nicht selber erzeugen kann, kann sich stattdessen zu einer Eigenverbrauchsgemeinschaft zusammenschliessen.

Elektrizitätsverbrauch wird eingeschränkt

Der Bau von neuen Elektroheizungen ist nicht mehr zulässig. Ferner sind Beleuchtungs-, Lüftungs- und Klimaanlagen von Dienstleistungsgebäuden nach dem Stand der Technik zu erstellen. Die Bereitstellung von Warmwasser in Wohnbauten darf beim Neubau und beim Ersatz des Warmwassererwärmers nicht mehr ausschliesslich elektrisch erfolgen und ist meldepflichtig.

Erneuerbare Energien bei bestehenden Bauten

Eine Gas- oder Ölheizung darf auch künftig, unter gewissen Voraussetzungen, noch durch ein fossiles Heizsystem ersetzt werden. Es stehen dazu verschiedene Lösungsansätze zur Verfügung. In einem ungenügend gedämmten Gebäude werden nach dem Ersatz jedoch mindestens zehn Prozent der Wärme durch eine verbesserte Dämmung eingespart oder aus erneuerbaren Energien bereitgestellt werden.

Härtefälle vermeiden

Um finanzielle Härtefälle zu vermeiden, kann die Hauseigentümerschaft für maximal drei Jahre davon entbunden werden, beim Heizungsersatz erneuerbare Energien verwenden zu müssen. Dies beispielsweise, wenn das betreffende Gebäude in absehbarer Zeit abgerissen wird, ein Wechsel des Eigentums bevorsteht oder ein Ausbau des Fernwärmenetzes geplant ist.

Umweltdepartement Kanton Schwyz