Home Region Sport Agenda In-/Ausland Magazin
Kanton
09.04.2022
08.04.2022 13:20 Uhr

Tiefengeothermie sei zu teuer und zu riskant

Das Geothermie-Projekt in Lavey-Les-Bains im Kanton Waadt ist ein Beispiel dafür, wie Erdwärme aus der Tiefe zu Energiezwecken genutzt werden kann.
Das Geothermie-Projekt in Lavey-Les-Bains im Kanton Waadt ist ein Beispiel dafür, wie Erdwärme aus der Tiefe zu Energiezwecken genutzt werden kann. Bild: Keystone
Der Regierungsrat sieht für Erdwärme aus grossen Tiefen im Kanton Schwyz keine Chance. Zu aufwendig und ungewiss sei der Ausgang bei der Suche nach geeigneten Standorten.

Urs Rhyner (FDP, Schindellegi) und acht Mitunterzeichnende fordern in einer Motion vom Regierungsrat, dass er gesetzliche Grundlagen schafft, damit der Kanton Untersuchungen zum Geothermie-Potenzial im Kanton durchführen kann. Die Lage sei eventuell nördlich von Brunnen günstig. Für einen privaten Investor sei der finanzielle und physische Aufwand jedoch beträchtlich. Der Kanton könne die Investitionen durch Gebühren wieder hereinholen, stellen sich die Motionäre vor.

Andere Energieformen werden favorisiert

Der Bund fördere Geothermieprojekte grosszügig mit Mitteln aus den Abgaben auf Strom und fossile Brennstoffe, schreibt der Regierungsrat in seiner Antwort. Der Kanton habe aber keine Möglichkeit, auf diese Gelder zurückzugreifen, was bedeutet, dass Abklärungen des tiefen Untergrunds und jegliche Förderungen von Geothermieprojekten aus Steuergeldern finanziert werden müssten.

Die Kosten für Geothermieprojekte von 32 bis 106 Mio. Franken pro Projekt findet der Regierungsrat jedoch zu hoch. Auch die Risiken von Erdbeben oder dass man nicht findet, was man sucht, seien unverhältnismässig hoch.

Auch wenn im Jura und in der Waadt Projekte für Tiefengeothermie laufen, wolle man sich im Kanton Schwyz hauptsächlich auf die Energiegewinnung aus Photovoltaik-Anlagen und aus der Wasserkraft konzentrieren.

Urs Attinger, Redaktion March24 und Höfe24