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Kanton
08.04.2022
06.05.2022 15:38 Uhr

Die Grippe ist wieder da

In Büros, auf der Strasse und zuhause – überall schniefende Nasen. Das liegt nicht nur an Corona.
In Büros, auf der Strasse und zuhause – überall schniefende Nasen. Das liegt nicht nur an Corona. Bild: apotheke-wyss.ch
Irgendwie wirkt es derzeit, als seien gerade alle krank. Das hat mit den Lockerungen zu tun, sagt die Stellvertretende Schwyzer Kantonsärztin Sita Hegner.

Zwei Jahre lang dominierten Coronaviren, anderes rückte in den Hintergrund. Abstandhalten, häufiges Händewaschen und Desinfizieren hielt nicht nur Covid-19, sondern auch Grippeviren auf Distanz. Damit ist es nun definitiv vorbei. Genau genommen schon seit dem 17. Februar, als der Bundesrat Lockerungsmassnahmen beschloss. Es hustet, schneuzt und tropft in jedem Büro und an jeder Ecke. Neben der saisonalen Grippe macht sich in Ausserschwyz derzeit auch die Magen-Darm-Grippe bemerkbar.

Ob sich diese subjektive Wahrnehmung mit der Realität deckt, ist schwer nachzuvollziehen, denn wenn man krank ist, muss man sich ja nicht beim Kanton melden. Dennoch kann sich Sita Hegner, Stellvertretende Kantonsärztin, «durchaus vorstellen», dass ein Anstieg von Erkrankungen, die durch Tröpfchen oder direkten Kontakt übertragen werden, mit den Lockerungsmassnahmen erklärt werden können.

Sentinella-Meldesystem verzeichnet Anstieg

Die Lockerungen hätten nicht nur einen kurzzeitigen Anstieg von Covid-19-Fallzahlen zur Folge gehabt, sondern eben auch eine steigende Anzahl Grippefälle. «Das zeigt das Sentinella-Meldesystem», sagt Hegner. Seit dem Jahr 1986 melden 150 bis 250 Allgemeinpraktiker, Internisten und Pädiater mit allgemein-medizinisch orientierter Praxis aus der ganzen Schweiz Fälle übertragbarer Krankheiten. Hegner relativiert aber auch: «Da die Zahlen des Sentinella-Meldesystems nicht Konsultationen aller medizinischer Institutionen abbildet, sind diese entsprechend mit Vorsicht zu geniessen.» Im Kanton Schwyz jedenfalls gebe es aktuell keinen Hinweis auf steigende Grippefälle.

Corona-Impfung schützt nicht vor Grippe

Es geht der Irrglaube um, dass eine Corona-Impfung auch gegen die Grippe hilft. Das ist falsch. «Die Impfung gegen Covid-19 führt zur Antikörperbildung gegen spezifische Merkmale des Coronavirus», klärt Sita Hegner auf. Die Stellvertretende Kantonsärztin empfiehlt eine Grippe-Impfung in den Herbstmonaten, um das Risiko einer Erkrankung zu minimieren. Sinnvoll ist es sicher auch, trotz Aufhebung aller Coronamassnahmen weiterhin Wert aufs Händewaschen und weitere Hygienevorschriften zu legen. Denn auch wenn man sich nicht krank fühlt, kann man Viren auf andere übertragen.

Anouk Arbenz, Redaktion March24 und Höfe24