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Kanton
05.04.2022
06.05.2022 15:38 Uhr

Vermieterschaft hat nicht einfach Zutritt

Bei Beginn des Mietverhältnisses müssen den Mieterinnen und Mietern alle Schlüssel ausgehändigt werden.
Bei Beginn des Mietverhältnisses müssen den Mieterinnen und Mietern alle Schlüssel ausgehändigt werden. Bild: Bilderbox
Darf eine Vermieterin oder ein Vermieter spontan in der Mietwohnung vorbeischauen und kontrollieren, ob sauber geputzt und aufgeräumt ist? Darf die Mieterschaft Handwerkern den Zutritt verweigern? Diese und weitere Fragen beantwortet der Mieterinnen- und Mieterverband des Kantons Schwyz.

Eine gemietete Wohnung gehört gemäss Mieterinnen- und Mieterverband Kanton Schwyz (MV) zur Privatsphäre und die Vermieterschaft hat laut Gesetz nur in gewissen Fällen ein Besichtigungsrecht. Das heisst, die Vermieterin oder der Vermieter darf sich keinen Zutritt zur Wohnung verschaffen, um zu sehen, wie die Mieterinnen oder Mieter «hausen». Eine Ausnahme gibt es, wenn feuergefährliche Gegenstände gestapelt werden oder haufenweise stinkender Müll herumliegt.

Kein Recht auf einen Schlüssel

Auch ein Recht der Vermieterschaft auf einen Schlüssel zur Wohnung besteht nicht. Mieterinnen und Mieter müssen also weder dem Hausabwart noch der Vermieterschaft einen Schlüssel überlassen – auch wenn dies so im Vertrag steht. Dies ist rein freiwillig. Sind bei Mietbeginn nicht alle Schlüssel übergeben worden, können diese sogar gerichtlich eingefordert werden. Auch ein Auswechseln der Schliesszylinder auf eigene Kosten ist gemäss MV legitim – sofern dies nach Beendigung des Mietverhältnisses wieder rückgängig gemacht wird. Auch müssen Mieterinnen und Mieter keinen Schlüssel bei einer leicht erreichbaren Vertrauensperson hinterlegen. 

In Ausnahmefällen muss der Zutritt gewährt werden

Vermieterinnen und Vermieter müssen aber nicht grundsätzlich vor der Tür bleiben. Denn sie dürfen die Wohnung betreten, «wenn wenn dies für den Unterhalt, die Wiedervermietung oder den Verkauf der Liegenschaft nötig ist», schreibt der MV in einer Medienmitteilung. Solche Besuche, zum Beispiel um zu kontrollieren, ob die Fenster dicht sind, müssen aber mindestens 24 bis 48 Stunden vorher angekündigt werden. Kommt der Termin den Mieterinnen und Mietern ungelegen, müssen sie dies der Vermieterschaft mitteilen und am besten gleich einen neuen Zeitpunkt vorschlagen. Sind die Mieterinnen und Mieter monatelang verreist, müssen sie sicherstellen, dass die Vermieterschaft ihr «gesetzlich verankertes Zutrittsrecht» wahrnehmen kann, zum Beispiel um allenfalls Unterhaltsarbeiten auszuführen oder zu planen. 

Mieterinnen und Mieter könnten schadensersatzpflichtig werden

Verweigern Mieterinnen und Mieter in solchen Fällen den Zugang, könnten sie schadensersatzpflichtig werden. Zum Beispiel wenn ein Handwerkertermin deswegen platzt oder eine Wiedervermietung so unmöglich wird. Eigenmächtig Zutritt verschaffen darf sich aber die Vermieterin oder der Vermieter gemäss MV deswegen nicht. In diesem Fall wäre dies strafbar. Sie können höchstens eine richterliche Verfügung beantragen, die ihnen den Zutritt verschafft. 

 

Redaktion Höfe 24 und March24