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21.01.2022

Prozess um Präsidentenmord in Haiti

ARCHIV - Eine Person hält ein Foto des verstorbenen haitianischen Präsidenten Jovenel Moise während einer Gedenkfeier im Nationalen Pantheon Museum. Gut ein halbes Jahr nach der Ermordung ist ein zweiter Tatverdächtiger in den USA festgenommen und...
ARCHIV - Eine Person hält ein Foto des verstorbenen haitianischen Präsidenten Jovenel Moise während einer Gedenkfeier im Nationalen Pantheon Museum. Gut ein halbes Jahr nach der Ermordung ist ein zweiter Tatverdächtiger in den USA festgenommen und... Bild: Keystone/AP/Matias Delacroix
Chile – Ein zweiter Tatverdächtiger ist gut ein halbes Jahr nach der Ermordung des haitianischen Präsidenten Jovenel Moïse in den USA festgenommen und angeklagt worden.

Der 49-jährige Geschäftsmann mit haitianischer und chilenischer Staatsbürgerschaft erschien am Donnerstag zu einer ersten Anhörung vor Gericht in Miami. Ihm wird unter anderem Verschwörung zum Mord oder zur Entführung ausserhalb der USA vorgeworfen, wie das US-Justizministerium mitteilte.

Moïse war in der Nacht zum 7. Juli vergangenen Jahres in seiner Residenz in Port-au-Prince mit zwölf Schüssen getötet worden. Rund 20 kolumbianische Söldner und mehrere haitianisch-US-amerikanische Doppelbürger sollen daran beteiligt gewesen sein. Die Ermittler gehen davon aus, dass der Plan ursprünglich lautete, Moïse zu entführen.

In Haiti wurden bereits Dutzende Verdächtige festgenommen, darunter 18 Kolumbianer. Keiner von ihnen kam bisher vor Gericht. Weitere drei Kolumbianer wurden direkt nach der Tat getötet. Die Hintergründe des Mordes blieben unklar. Vor gut zwei Wochen wurde ein kolumbianischer Ex-Soldat nach seiner Festnahme in Jamaika ebenfalls nach Miami gebracht und dort angeklagt. Er kooperierte nach Angaben der US-Justiz mit den Ermittlern. Ebenfalls in Jamaika wurde zuletzt auch ein ehemaliger haitianischer Senator festgenommen.

Der nun Angeklagte war einige Tage zuvor in der Dominikanischen Republik, Haitis Nachbarland, festgenommen und am Mittwoch in die USA ausgeliefert worden. Er habe bereits im Dezember freiwillig mit US-Strafverfolgern gesprochen und seine Schuld eingestanden, hiess es vom Justizministerium. Er soll die kolumbianischen Tatverdächtigen mit Waffen und einer Unterkunft versorgt und ihnen nach der Tat beim Verstecken geholfen haben. Ihm droht lebenslange Haft.

Keystone-SDA