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Kanton
21.01.2022

Schweizer weniger stark von Sozialhilfe abhängig als Ausländer

Wenn finanziell alle Stricke reissen, bleibt manchmal nur noch das Beantragen von wirtschaftlicher Sozialhilfe. Im Kanton Schwyz ist die Quote seit Jahren stabil und vergleichsweise tief.
Wenn finanziell alle Stricke reissen, bleibt manchmal nur noch das Beantragen von wirtschaftlicher Sozialhilfe. Im Kanton Schwyz ist die Quote seit Jahren stabil und vergleichsweise tief. Bild: Keystone
Im Kanton Schwyz haben nur 44 Prozent der Bezüger von wirtschaftlicher Sozialhilfe die Schweizer Staatsbürgerschaft. Stärker betroffen sind Personen aus Afrika, vor allem aus Eritrea.

Im Jahr 2020 mussten im Kanton Schwyz insgesamt 2'341 Personen wirtschaftliche Sozialhilfe beziehen. Mit einer Quote von 1,5 Prozent steht man im Vergleich zur gesamten Schweiz mit 3,2 Prozent gut da. Zwischen 2015 und 2019 lag die Quote im Kanton Schwyz bei 1,4 Prozent, womit sie auch hier leicht zugenommen hat.

Legt man den Fokus auf die Staatsangehörigkeitder Bezügerinnen und Bezüger, fällt auf, dass 56 Prozent keine Schweizer sind. Von den Zugezogenen aus Nachbarstaaten sind vor allem Italiener (71 Fälle) und Deutsche (65) betroffen, 13 Fälle betreffen Österreicher. Franzosen sind nur vereinzelt betroffen. Von den Balkanländern hat Serbien (74) am meisten Fälle zu verzeichnen, gefolgt von Kosovo (69), Bosnien und Herzegowina und Kroatien ( je 26) und Nordmazedonien (24).

2,6 Prozent beträgt die Sozialhilfequote in der Gemeinde Schübelbach, der höchste Wert im ganzen Kanton Schwyz. Bild: Keystone

Viele stammen aus Eritrea

Mit 431 Sozialhilfebeziehenden (18,5 Prozent) sind Personen aus Afrika überdurchschnittlich stark vertreten. Hauptsächlich sind Personen aus Eritrea von wirtschaftlicher Sozialhilfe abhängig. Auch Personen aus Sri Lanka (86) und Syrien (95) sind öfter auf finanzielle Hilfe angewiesen.

Empfänger von Sozialhilfe sind im Kanton Schwyz in der überwiegenden Mehrheit Einzelpersonen im Alter zwischen 18 und 64 Jahren. Die zweite grosse Gruppe ist jene der Alleinerziehenden, hier sind vor allem Personen zwischen 26 und 55 Jahren betroffen.

In Schindellegi und Feusisberg am tiefsten

In Ausserschwyz ist die Sozialhilfequote mit 0,7 Prozent in Feusisberg am tiefsten. Auch Altendorf und Reichenburg weisen mit 1 Prozent tiefe Werte aus. Am höchsten ist sie mit 2,6 Prozent in Schübelbach. Vielleicht etwas überraschend hat Lachen mit 2 Prozent am zweitmeisten Fälle von wirtschaftlicher Sozialhilfe zu verzeichnen.

Wenn das letzte Netz greifen muss 

Die wirtschaftliche Sozialhilfe, früher auch Fürsorge genannt, funktioniert nach dem Bedarfsprinzip und sorgt dafür, dass in jedem Fall ein Existenzminimum gewährleistet ist. Für die Ausgestaltung der Sozialhilfe sind in der Schweiz die Kantone zuständig.Um die Rechtsgleichheit und Rechtssicherheit über die Kantonsgrenzen hinweg zu fördern, hat die SchweizerischeKonferenz für Sozialhilfe (SKOS) Richtlinien für die Ausgestaltung und Bemessung der Sozialhilfe geschaffen. Sie definieren, wie die Sozialhilfe im Einzelfall berechnet wird.

Daniel Koch, Redaktion March24 und Höfe24