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Pfäffikon
07.01.2022

Kinderimpfung ist auch in Ausserschwyz gestartet

Ein wenig Bammel vor der Spritze gehört manchmal dazu: Familie Koch aus Altendorf am Impftermin.
Ein wenig Bammel vor der Spritze gehört manchmal dazu: Familie Koch aus Altendorf am Impftermin. Bild: Johanna Mächler
Obwohl die Wahrscheinlichkeit, dass Kinder an Covid-19 schwer erkranken, gering ist, haben etliche Eltern ihre Kinder zum Impfen angemeldet. Die Impftermine für den Mittwochnachmittag in Pfäffikon waren ausgebucht.

Kinder impfen, ja oder nein? Diese Frage stellen sich momentan viele Eltern. Anja Heuberger aus Lachen bestätigte, dass sie daheim in der Familie darüber gesprochen haben und dass es aufgrund der Covid-19-Lage und «von allem, was wir lesen und hören», relativ bald klar war, dass ihre Kinder Sira und Tim die Impfung erhalten sollen.

Vorerst gelbes Impfbüchlein

Sie waren am Mittwochnachmittag die ersten Impfwilligen, die an der Eichenstrasse 2 in Pfäffikon ankamen. Das Impfteam nahm sie in Empfang, erledigte die Formalitäten und stellte die Gesundheitsfragen. Danach gings direkt in den Impfraum, wo Sira und Tim den Picks entgegennahmen, fast ohne mit der Wimper zu zucken.

Anschliessend galt auch für Kinder eine kurze Ruhezeit, um allfällige Reaktionen auf die Impfung zu prüfen. Und bald schon brachte Mirko Sekulic das neue Internationale Impfbüchlein.

Alle zehn Minuten einen Termin

«Wir haben alle zehn Minuten einen Impftermin», erklärte Antonella Cennerazzo, welche die administrative Tagesverantwortung im Impfzentrum hat. «Wir sind heute ausgebucht», ergänzte sie nach einem überprüfenden Blick in den Kalender. So vergingen auch nur wenige Minuten, bis die nächste Familie die Impflokalität betrat: Familie Koch aus Altendorf will ihre beiden Töchter impfen lassen. Die Kinder wissen natürlich, dass es einen Picks gibt, welcher nicht besonders angenehm ist. Dass die Eltern dabei sind, erleichtert das Ganze. Auch das Impfteam ist auf allerlei Reaktionen vorbereitet, wenn etwa ein Kind zögert oder gar ängstlich reagiert.

Sira Heuberger und ihr Bruder Tim wurden gut informiert und wussten, was auf sie zukommt. Sira: «Es war ein kurzer Picks.» Bild: Johanna Mächler

Überschaubare Zahlen

Zurzeit empfiehlt der Kanton Schwyz die Impfung für Kinder von fünf bis elf Jahren. Es wird in Pfäffikon, in Steinen und Einsiedeln geimpft, jeweils an allen Mittwochnachmittagen im Januar. «Radio Central» berichtete am Dienstagabend, dass in unserem Kanton 230 Kinder angemeldet seien. Die Hälfte davon dürfte bereits am Mittwoch geimpft worden sein. Das klingt nicht nach viel, doch auch in anderen Kantonen ist gemessen an der Zahl der Kinder die Zahl der Impfwilligen eher gering. In Zug wurden bis am 31. Dezember 750 Kinder, in Luzern 1200 Kinder angemeldet, gemäss «Radio Central».

Wie das Schwyzer Departement des Innern in einer Medienmitteilung schreibt, wird der Impfstoff von Pfizer/ BioNTech in einer speziell für Kinder hergestellten Dosierung verabreicht. Um ein Impf-Zertifikat zu erhalten, sind auch bei Kindern zwei Impfungen nötig, die sie im Abstand von vier Wochen erhalten.

Impfung bremst die Ausbreitung

Obwohl das Risiko für Kinder, schwer an Covid-19 zu erkranken, nach wie vor gering ist, wird die Kinderimpfung von Bund und Kantonen und vielen Gesundheitsbehörden empfohlen. Damit könne das Virus in seiner Ausbreitung gebremst werden, lautet die Begründung.

Doch viele Eltern betrachten diese Impfung skeptisch. Eine unbekannt hohe Zahl an Eltern lehnt die Kinderimpfung ab. Eine Mutter aus Siebnen äussert sich.

Kinder impfen, ja oder nein?

Drei Fragen an Irene Büter – Mutter, Schwimmlehrerin, Pflegefachfrau in Teilzeit

Sie sind dagegen, Ihre Kinder impfen zu lassen. Was sind die Gründe?

Unsere Kinder nicht impfen zu lassen, war keine schwere Entscheidung. Wir setzen uns schon lange mit dem Thema auseinander und sind der Meinung, dass unsere Kinder gesund sind und zu keiner Risikogruppe gehören. Sie sollten ihr Immunsystem selbst aufbauen und stärken, wie bei allen anderen Infekten auch. Es zeigte sich in den letzten zwei Jahren, dass die gesunden Kinder meistens einen milden oder leichten Verlauf durchmachen und es fast keine schweren Verläufe gibt. Ausserdem gibt es keine ausreichenden Studien, die beweisen, dass diese Impfung nicht auch schädlich für unsere Kinder sein kann, oder dass sie überhaupt wirkt. Warum soll ich also meine Kinder gegen etwas impfen, das für sie als gesunder Mensch nicht gefährlich ist? Warum soll ich sie mit etwas impfen, von dem wir nicht wissen, ob es gut für sie ist? Warum sollen wir sie vor etwas schützen, das sie nicht lebensbedrohlich krank macht? Dies macht für uns keinen Sinn. Und somit sagen wir zur Impfung klar Nein.

Haben Ihre Kinder in der Impffrage ein Mitspracherecht oder entscheiden die Eltern allein?

Unsere Kinder (7 und 9 Jahre alt) sind unserer Meinung nach noch nicht in der Lage, über die Impfung vollumfänglich selbst zu entscheiden. Die Tragweite einer Impfung, ob dafür oder dagegen, kann noch kein Kind abwägen. Wir beziehen sie manchmal in diese Gespräche mit ein und reden mit ihnen über die Impfung und auch all die anderen Massnahmen. Würde ich meinen Kindern erzählen, dass sie wieder mehr Freiheiten hätten, wenn sie sich impfen lassen, dann würden sie und sehr wahrscheinlich auch jedes weitere Kind, das im Moment in seiner Freizeit eingeschränkt ist, Ja sagen. Das scheint klar.

Wie stark fühlen Sie sich durch die Pandemie-Lage im Alltag bedroht und wie gehen Sie damit um?

Ich fühle mich in keiner Weise durch die Pandemie bedroht. Obwohl ich nicht weiss, wie es mir nach einer Ansteckung gehen würde. Vielmehr fühle ich mich durch all diese Massnahmen eingeengt und finde es traurig, wie sehr es doch die ganze Menschheit verändert. Nächstenliebe, Verständnis, Offenheit und Freiheit gehen immer mehr verloren. Ich erhoffe mir endlich wieder ein normales Leben, vor allem für unsere Kinder, die oft vieles nicht verstehen, und die es besonders hart im Alltag trifft.

Johanna Mächler, Redaktion March24 & Höfe24