Home Region Sport Agenda In-/Ausland Magazin
Region
04.01.2022

Sind digitale Aufnahmen auf dem Zivilstandsamt erlaubt?

Auf dem Zivilstandsamt Ausserschwyz darf fotografiert und gefilmt werden.
Auf dem Zivilstandsamt Ausserschwyz darf fotografiert und gefilmt werden. Bild: Archivbild
Privatpersonen haben das Recht, Bild- und Tonaufnahmen ihrer Person zu verweigern. Das gilt auch auf dem Zivilstandsamt – allerdings nur mit klarer Kommunikation.

In Zeiten von Smartphone und Social Media gehören Fotos und Filme zur Tagesordnung. Als visuelle Erinnerung festgehalten werden, wollen insbesondere die ganz speziellen Momente, so wie zum Beispiel die eigene Hochzeit oder die der Tochter, des besten Freundes, der Cousine etc. Die Frage nun aber ist: Darf die Trauung auf dem Zivilstandsamt überhaupt fotografiert oder mitgeschnitten werden?

Fotografieren und Filmen grundsätzlich erlaubt

Auf Anfrage gibt Peter Forrer, Zivilstandsbeamter in Ausserschwyz, Auskunft. Im Ehevorbereitungsgespräch würden die Zivilstandsbeamtinnen oder -beamten die Brautleute darauf hinweisen, dass das Fotografieren und Filmen in den Trauungslokalen des Zivilstandsamts Ausserschwyz grundsätzlich erlaubt sei. «Die Trauung ist ein öffentlicher Akt, es dürfen alle kommen, die wollen – die Pandemie mal ausser Acht genommen», sagt Forrer. Angesichts dessen müsste das Paar damit rechnen, dass es bei der Eheschliessung gefilmt werde.

Stillschweigen als Zustimmung

Was aber, wenn das Paar keine Fotos oder Filmaufnahmen möchte? Der Zivilstandsbeamte erklärt, dass auch dieser Fall im Vorbereitungsgespräch thematisiert werde. «Wer Foto-, Film oder Tonaufnahmen verweigert, muss vor der Trauung aktiv vor seine Gäste hinstehen und dies mündlich kommunizieren.» Ebenso darauf hinweisen, müssen das Gäste, welche Aufnahmen verweigern. «Stillschweigen», so Forrer weiter, «gilt in Bezug auf dieses Thema als Zustimmung zur persönlichen Freigabe von Ton und Bild.»

«Wer Foto-, Film oder Tonaufnahmen verweigert, muss vor der Trauung aktiv vor alle Anwesenden hinstehen und dies mündlich kommunizieren.»
Peter Forrer, Zivilstandsbeamter Ausserschwyz

Brautpaar auf die Nutzung im Internet sensibilisieren

Was Forrer beschreibt, sind die Regeln, welche dem Zivilstandsamt von der Datenschutzstelle des Kantons Schwyz vermittelt wurden. «Rechtlich gesehen übernimmt das Zivilstandsamt keine Verantwortung darüber, was mit den an der Trauung entstandenen Daten geschieht», sagt Forrer. So bedarf es nach dem Ehevorbereitungsgespräch auch keiner Unterschrift zur Kenntnisnahme. «Es ist uns aber dennoch wichtig, das Brautpaar auf die Verwendung und Verbreitung der Daten im Internet und den Sozialen Medien zu sensibilisieren. » Was die Beamtinnen und Beamten des Zivilstandsamtes Ausserschwyz betrifft, so dürfen diese fotografiert und audiovisuell aufgenommen werden. Ein Muss ist dies allerdings nicht: «Wer auf keiner Aufnahme erscheinen will, kann problemlos darauf bestehen.» Das Recht, Ton- und Bildaufnahmen zu verweigern, steht nämlich allen Privatpersonen frei.

Erika Unternährer, Redaktion March24 & Höfe24