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Region
03.01.2022
06.05.2022 15:38 Uhr

So haben systemrelevante Betriebe für Ausfälle vorgesorgt

Auch die öffentlichen Verkehrsmittel wären von massiven, Corona-bedingten Personalausfällen betroffen – sie verfügen aber über ein internes Netzwerk, das solche Ausfälle abfedern könnte.
Auch die öffentlichen Verkehrsmittel wären von massiven, Corona-bedingten Personalausfällen betroffen – sie verfügen aber über ein internes Netzwerk, das solche Ausfälle abfedern könnte. Bild: Hans-Ruedi Rüegsegger
Ein beängstigendes Szenario: Abfallsäcke stehen wegen Personalmangel tagelang herum, Störungen bei der Abwasserreinigung, der öffentliche Verkehr steht still. Interne Massnahmen helfen, dies zu verhindern.

Aktuell gilt wegen der Pandemie eine Homeofficepflicht. Doch nicht alle Arbeiten lassen sich von zu Hause aus erledigen. Nicht nur Gesundheitspersonal und Mitarbeitende von Blaulichtorganisationen sind davon betroffen. Busse und Züge müssen auch in der aktuellen Situation weiter fahren, Müllabfuhr und Kläranlagen weiter funktionieren. Aber was wäre, wenn Mitarbeitende solcher Betriebe wegen Krankheit oder Quarantäne ausfallen würden?

Reservepersonal im Hintergrund

Laut Manuel Luder von der Disposition bei der Landolt Transport AG, welche in den Höfner Gemeinden für die Müllabfuhr zuständig ist, hat die Firma für allfällige Personalausfälle vorgesorgt. «Der Kehricht muss in jedem Fall abgeholt werden, wir können ihn nicht einfach liegenlassen», so Luder. Der Knackpunkt dabei: Die Fahrer müssen sehr ortskundig sein – nicht, dass einzelne Hauseingänge oder gar Strassenzüge vergessen gingen. Die Thematik betreffe aber nicht nur die aktuelle Pandemie. «Mit Ausfällen müssen wir immer rechnen.» Neben den hauptamtlichen Chauffeuren für die Müllabfuhr hätten sie intern erfahrenes Reserve-Personal im Hintergrund, das diese Aufgabe im Notfall zuverlässig bewältigen könne. So etwa ausgebildete Aushilfschauffeure, die beispielsweise in der Ferienzeit die verschiedenen Touren fahren.

Einzel-Betrieb über die Feiertage

Bei den Abwasserreinigungsanlagen (ARA) laufen viele Prozesse voll automatisiert. Dennoch braucht es täglich Handgriffe. Bei der ARA Obermarch ist dafür in der Regel ein dreiköpfiges Team zuständig. Laut Betriebsleiter Heiri Kamer hätten sie im Hinblick auf die Festtage und den damit verbundenen vermehrten persönlichen Kontakten vorgesorgt. Während dieser Zeit arbeiten sie jeweils nur einzeln, um eine gegenseitige Ansteckung zu vermeiden, danach aber wieder im Normalbetrieb. Er persönlich habe private Treffen seit der Pandemie stark eingeschränkt. Im äussersten Notfall wäre es auch möglich, Hilfe von Mitarbeitenden von anderen ARA hinzuzuziehen und diese von zu Hause aus anzuleiten.

Rückgriff auf internes Netz

Das Liniennetz der Region March wird von PostAuto betrieben. Laut Mediensprecher Urs Bloch hätten sich schweizweit die internen Abläufe in der mittlerweile fast zwei Jahre dauernden Coronavirus-Pandemie gut eingespielt. So können sie inzwischen auf Verschlechterungen der jeweiligen Situation rasch reagieren und sich Post-Auto-intern aushelfen. «Gegenwärtig ist die Situation bei PostAuto glücklicherweise noch nicht angespannt», so Bloch.

Käme es in einer Region zu grösseren Personalausfällen, würden sie in einem ersten Schritt versuchen, diese mit Mitarbeitenden auszugleichen, die noch freie Kapazitäten haben. Dazu gehört beispielsweise Personal, das normalerweise nicht im Fahrdienst angestellt ist, aber über die nötige Zulassung verfügt. In einem zweiten Schritt würden die bestehenden Diensteinsätze im Rahmen des gesetzlich Erlaubten erweitert. «Erst als letzte Massnahme würden wir das Angebot reduzieren», so Bloch.

Noch keine Ausfälle

Die Busbetriebe Bamert GmbH, welche Linien im Raum Wollerau, Richterswil und Samstagern betreiben, verzeichnen derzeit noch keine Pandemie-bedingten Ausfälle, wie Geschäftsführer Markus Bamert auf Anfrage mitteilt. Sie verfügen somit aktuell über genügend Personal, um auf ihren Linien den Normalbetrieb sicherstellen zu können. «Sollte es Ausfälle geben, kann zusätzlich Betriebs- und Werkstattpersonal als Fahrpersonal eingesetzt werden», so Bamert.

Auch bei AHW Busbetriebe sind mögliche Ausfälle noch kein Thema. Laut Carmen Isaak, Assistentin des Geschäftsführers, könnten sie für die beiden Buslinien in Freienbach und Pfäffikon im Notfall auf interne Lösungen zurückgreifen.

Bislang keine Reduktion geplant

Die Schweizerische Südostbahn AG (SOB) beobachtet zwar die Entwicklung der steigenden Fallzahlen sehr genau. Eine angespannte personelle Situation wegen Corona-bedingter Ausfälle zeichnet sich aktuell noch nicht ab. «Somit sind bei der SOB zurzeit keine Anpassungen, respektive keine Reduktion oder Ausdünnung des Fahrplans, vorgesehen», erklärt die stellvertretende Mediensprecherin Brigitte Bauer. Zudem werde generell bei der Einsatzplanung des Lokpersonals Reservepersonal berücksichtigt. Neben der Einhaltung der Hygiene und Abstandsregeln wird derzeit im Führerstand, wenn immer möglich, auf Begleitpersonen verzichtet, um das Lokpersonal zu schützen.

Franziska Kohler, Redaktion March24 & Höfe24