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Pfäffikon
29.12.2021

Die wundersame Reise der Wildgänse an den Zürichsee

Die Zahlen der Graugänse im Gebiet Frauenwinkel sowie am oberen Zürichsee nehmen jährlich zu. Teilweise werden Kolonien von über 300 Tieren gemeldet.
Die Zahlen der Graugänse im Gebiet Frauenwinkel sowie am oberen Zürichsee nehmen jährlich zu. Teilweise werden Kolonien von über 300 Tieren gemeldet. Bild: Hans-Ruedi Rüegsegger
Das Naturschutzgebiet Frauenwinkel in Pfäffikon ist ein wichtiges Wintergewässer für Wasservögel. Der Bestand an Graugänsen nimmt jährlich zu, viele Paare bleiben als Daueraufenthalter.

«Die Graugans ist ein regelmässig brütender, teilweise eingeführter Jahresvogel, spärlicher Durchzügler und Wintergast», so der Beschrieb der Vogelwarte Sempach. Im Gebiet des Naturschutzgebietes Frauenwinkel in Pfäffikon ist der stattliche Entenvogel mit einer Länge von 75 bis 90 Zentimetern und einer Spannweite von 147 bis 180 Zentimetern auch zunehmend als Dauergast zu beobachten. Eine Graugans kann bis zu 30 Jahren alt werden und gilt als Stammmutter der Hausgans. 

«Seit die Stiftung Naturschutzgebiet Frauenwinkel im Jahr 2001 gegründet wurde, sind jedes Jahr mehr Graugänse bei uns am Brüten», erzählt Kuno Jäggi, Präsident von BirdLife Freienbach. Die Gründe dafür sieht Jäggi vor allem im Nahrungsangebot und in der Tatsache, dass die Wildvögel im Rahmen der Naturschutzmassnahmen ihre Ruhe haben und nicht mehr von Spaziergängern oder Badegästen aufgescheucht werden. Zum allgemeinen Schutz der empfindlichen Riedvögel wurde das Gebiet abgeschirmt. Durch Sehschlitze können die Vögel beobachtet werden, ohne sie zu stören.

Seltene Eiderente beim Seedamm 

Im Gebiet Hurden – Kiesinsel – Seedamm kann auch die seltene Eiderente beobachtet werden. Der grosse, auffällige Erpel ist an der Oberseite weiss, an der Unterseite schwarz. Die Ente ist braun mit weissen Flügelabzeichen. Die im Norden Europas häufige und wegen ihrer Daunenfedern bekannte Eiderente war in der Schweiz früher ein seltener Gast. Doch in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts erfolgten mehrere grosse Einflüge. Dank der Wandermuschelvermehrung war das Nahrungsangebot ausreichend und die Vögel verbrachten zunehmend den Sommer bei uns. Mittlerweile brütet die Eiderente sogar in einigen wenigen Gebieten der Schweiz, dazu gehört auch Hurden.

Beobachtungen werden gemeldet

Freiwillige Helfer beobachten und zählen regelmässig die Vögel und melden sie der Plattform www.ornitho.ch. Das ist die offizielle Info-Zentrale der Schweizer Ornithologen, unter anderem getragen von der Schweizerischen Vogelwarte. Bei den Meldungen von vorgestern Montag sind im Gebiet Hurden – Kiesinsel – Seedamm folgende Vögel verzeichnet worden: 20 Löffelenten, 50 Schnatterenten, 20 Kolbenenten, 100 Tafelenten, 300 Reiherenten, 6 Eiderenten, 6 Mittelsäger, 1 Rothalstaucher. Im Gebiet Nuoler Ried in Wangen sind 319 Graugänse aufgeführt.

Der Bestand der überwinternden Wasservögel hat schweizweit in den letzten 20 Jahren um einen Viertel abgenommen, von 400 000 auf 300 000. Der Hauptgrund dafür ist im Siedlungsdruck zu suchen.

Heidi Peruzzo, Redaktion March24 & Höfe24