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Freizeit
29.12.2021
06.05.2022 15:13 Uhr

Schweigsamer Beifahrer in Lachen

Der Teddybär in einem Auto in Lachen.
Der Teddybär in einem Auto in Lachen. Bild: Wilf Seifert
Statt über die Festtage alleine unterwegs zu sein, kann man als Beifahrer auch einen Teddybären hinsetzen – so gesehen in einem Auto in Lachen.

Ausgewachsene Teddybären – wie dieses auf einem Lachner Parkplatz entdeckte Prachtexemplar – sind ideale Kopiloten. Sie verzichten auf Kritik am Fahrstil, verkneifen sich Ratschläge zu besserem Fahren, brechen keine emotional aufgeladenen Diskussionen vom Zaun, sind völlig stress- und streitresistent, verschmähen chronische «Achtung» Rufe, greifen nie ins Lenkrad, legen ihre Tatzen nicht aufs Armaturenbrett, halten der/dem Steuernden keine Smartphone-Videos vor die Nase, zeigen weder Angst noch Unbehagen, bleiben allzeit cool und besonnen, entpuppen sich nicht als Gurtverweigerer, frönen weder dem Rauchen noch Trinken, verpönen Unruhe stiftende Quasselstrippen, Choleriker und Nervensägen, haben null Bock auf erotische Mätzchen wie Flirten, Umarmen, Liebkosen und Knutschen.

Hat auch Handicaps

Fairerweise muss man eingestehen, dass Plüschbären im Vergleich zu echten Kopiloten gravierende Handicaps an den Tag legen. So können sie, anders als ihre leibhaftigen Pendants, weder besänftigend oder warnend auf die lenkende Person einwirken, noch verhalten sie sich punkto Tempolimits, Ampeln, Baustellen und Co. umsichtig. Als totale Versager gelten sie, wenn es – in Unterstützung der/des Steuernden – ums Öffnen einer Wasserflasche, die Entnahme einer Sonnenbrille aus dem Etui oder die tatkräftige Assistenz beim Einparken respektive Absichern des hinteren Verkehrsraums geht. Die globale, Milliarden Mitglieder zählende Teddygemeinde würde solche Einschränkungen wohl mit dem Spruch «Well, nobody is perfect» abtun.

Wilf Seifert