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Kanton
23.12.2021
24.12.2021 09:02 Uhr

Schwyzer Arztpraxis verabreicht abgelaufene Impfdosen

In Innerschwyz sind abgelaufene Impfdosen verabreicht worden.
In Innerschwyz sind abgelaufene Impfdosen verabreicht worden. Bild: Pixabay: Wilfried Pohnke
In einer Arztpraxis im innerschwyzerischen Ibach wurden mutmasslich über mehrere Monate Impfdosen gegen Covid-19 verabreicht, die das Verfallsdatum bereits überschritten hatten. Betroffen sind schätzungsweise 100 Personen. Die betroffene Arztpraxis wurde geschlossen, der Ärztin ist die Berufsausübung vorläufig untersagt.

In der Arztpraxis von Susanne Niemann in Ibach wurden vermutlich in den vergangenen Monaten an schätzungsweise über 100 Personen abgelaufene Covid-19-Impfdosen des Herstellers Moderna verabreicht. Nach übereinstimmender Einschätzung sei für die betroffenen Personen keine Gesundheitsgefährdung zu erwarten, allerdings könnten derzeit keine verlässlichen Aussagen zur Wirksamkeit und damit zum Impfschutz gemacht werden. Entsprechende Abklärungen seien im Gange, wie das Amt für Gesundheit und Soziales mitteilt.

Vorsichtiges Verhalten empfohlen
Wegen unzureichender Dokumentation der Impfungen in der Arztpraxis können derzeit nicht alle potentiell betroffenen Personen identifiziert und direkt kontaktiert werden. «Alle Personen, die im laufenden Jahr eine Covid-19-Impfung in der Arztpraxis von Susanne Niemann erhalten haben, werden daher eindringlich aufgefordert, ihr Verhalten an den möglicherweise fehlenden Impfschutz anzupassen und besondere Vorsicht walten zu lassen», so die Medienmitteilung.

Praxis geschlossen, Ärztin darf nicht arbeiten
Das Amt für Gesundheit und Soziales hatte laut eigenen Angaben im Zusammenhang mit einem bereits laufenden Aufsichtsverfahren gegen Susanne Niemann Kenntnis über Unregelmässigkeiten beim Impfen erlangt. Susanne Niemann ist die Berufsausübung als Ärztin vorläufig untersagt, die Praxis ist geschlossen. «Die Staatsanwaltschaft des Kantons Schwyz hat ein Strafverfahren gegen Susanne Niemann eröffnet.» 

Hotline für Betroffene
Unter folgender Telefonnummer steht den betroffenen Personen eine Hotline zur Verfügung: Telefon 041 819 19 99.

Zertifikats- oder Testpflicht bleibt vorerst

Für Mitarbeitende und Besucher in Alters- und Pflegeheimen sowie Spitälern und Spitexorganisationen wird die Zertifikats- oder Testpflicht aufrecht erhalten, solange dies unabdingbar sei, hält der Regierungsrat in einer Mitteilung fest. Dies zum Schutz der besonders vulnerablen Bevölkerung sowie zur Gewährleistung der Spitalversorgung und Aufrechterhaltung der Ressourcen der systemrelevanten Pflegekräfte. Die  Befristung der entsprechenden kantonalen Bestimmungen bis am 24. Dezember wurde demnach aufgehoben. Aufgrund der seit Montag geltenden Verschärfungen auf Bundesebene und im Interesse einer einheitlichen und abgestimmten Pandemiestrategie verzichtet der Regierungsrat gegenwärtig auf weitere zusätzliche kantonale Massnahmen.

Redaktion March24 & Höfe24